Chartreuse: Ein großes Versprechen

Entdeckung: Aus dem „Black Country“ in den englischen West Midlands, nördlich von Birmingham, kommt die Band Chartreuse, bisher hat sie nur einen Song veröffentlicht.

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Chartreuse: „Three Days“. Manchmal packt einen ein Song schon mit einer Zeile. Hier lautet sie: „You make me wanna live past 23.“ Quasi die positive Variante von Iggy Pops „Last year I was 21, didn't have a lot of fun“ – und ein wunderbares Liebesbekenntnis. Das der Sänger in bester Soulmanier weiter steigert, zu einem großen Versprechen: „I'm no gonna grow out of you.“ Relativiert – und zugleich überhöht – wird es dadurch, dass er es eigentlich erst ankündet: „I've gotta wait three days to spend my life with you, three days to confess my love.“ Was für eine Strategie der Liebe! Ausgeführt wird sie zu einem zunächst nächtlich schleichenden Rhythmus, wie ihn einst Isaac Hayes, der Meister der Liebeserklärungen, liebte, kommentiert von kühlem Jazz-E-Piano. Der Sänger klingt immer entschlossener, erklärt, fleht, schreit schließlich, ohne je zu outrieren. Die Band schürt die Glut, lässt keinen Zweifel: Hier geht's um was. Überzeugendes Debüt.

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Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Christoph Sepin (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 19 Uhr und 21 Uhr auf FM4. Weitere Infos auf www.diepresse.com/songderwoche und fm4.ORF.at.

 

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2019)

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