Sir Tralala: Woran man sein Herz hängt

Sir Tralala, 1978 als David Hebenstreit geboren, Geiger, Sänger und Gitarrist, gilt seit Jahren in der Wiener Szene zwischen Fluc und Rhiz als genial- exzentrisches Talent. Zu Recht.

Tralala Woran sein Herz
Tralala Woran sein Herz
(c) Seayou Records

„Bound To Be“. Wie man mit dem Schmerz lebt, ohne (ihm) zu verfallen, ist eines der zentralen Themen von Sir Tralala – in diesem Sinn hat er etwa eine Version des Velvet-Underground-Klassikers „Heroin“ geschaffen. Und so beginnt auch dieser Song, den er für den Soundtrack des Kommunenkinder-Films „Die Vaterlosen“ eingespielt hat, mit einer Beschwörung des Schmerzes: „If you want to lose the pain, don't feed it.“ Vor einem simplen und hypnotischen Rhythmus singt er diese Zeilen, mit seiner schwachen, heiseren, doch berührenden Stimme, die zu brechen droht, wenn er im Refrain sein Schmerzmittel beschreibt: die Verpflichtung, die Bindung – an die Väter, Mütter und Kinder, paradoxerweise aber auch an die Straße und die Freiheit. An alles also, an das man sein Herz hängt; und an alles, was man tun muss. Ein Rührstück im besten Sinn, veredelt mit einem wunderbaren klassischen Streicherarrangement.

Den Song der Woche küren allwöchentlich Thomas Kramar („Die Presse“) und Boris Jordan (Radio FM4). Zu hören ist er am Sonntag zwischen 13 Uhr und 14.30 Uhr auf FM4.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.04.2011)

Kommentar zu Artikel:

Sir Tralala: Woran man sein Herz hängt

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen