Paenda ist raus: Der Song Contest geht ohne Österreich weiter

Die Performance der Steirerin setzte ganz auf Gefühle. Das reichte - in einem starken Starterfeld - nicht aus. Am Donnerstag war ansonsten alles dabei, was man von einem Song Contest erwartet.

Paenda hatte es nicht leicht.
Paenda hatte es nicht leicht.
Paenda hatte es nicht leicht. – (c) AFP (JACK GUEZ)

Am Donnerstag war es für Paenda so weit, sie sang um den Einzug ins Song-Contest-Finale. Leider mit wenig Erfolg: Die blauhaarige Steirerin qualifizierte sich mit ihrem sehr ruhigen Song „Limits“ (wie erwartet) nicht für das Finale am Samstag. Die Konkurrenz war allerdings auch stark: Man sah ein sehr gutes Halbfinale mit euphorischen Sängern und einigen richtig guten Songs.

Da war alles dabei - jedenfalls alles, was man von einem Song Contest erwartet. Es gab übermäßigen Kitsch in Form von goldenen Engelsflügeln (Kroatien), höchst professionelle Darbietungen (Russland), perfekte Schwiegersöhne (Litauen) und Humor (Norwegen) ebenso wie Pathos (Nordmazedonien). Gefühl jedenfalls von Startnummer 1 bis 18. Wobei, die erste Nummer (nämlich Armenien) war eher belanglos.

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Wer konnte überzeugen?

Tatsächlich viele. Es gab vor allem eine starke Herrenriege. Dazu gehörte Schwedens  John Lundvik mit der glatten, aber stimmigen Popnummer "Too Late For Love". Auch der Niederländer Duncan Laurence kam mit seiner melancholischen Powerballade "Arcade" weiter, beide gelten als Favoriten. Peppiger war Aserbaidschans Chingiz mit "Truth“ oder der Schweizer Luca Hänni mit seiner strandpartytauglichen Hymne "She Got Me".

Bei den Frauen überzeugte die Dänin Leonora mit der netten Nummer "Love Is Forever", die manche im Vorfeld als „Kinderlied“ abtaten. Außerdem die Malteserin Michela mit der anspruchsvollen Popnummer "Chameleon“, sehr tanzbar und ohrwurmtauglich.

Wie war das diesmal mit den Song-Contest-Klischees?

Am besten verkörperte das Klischee Kroatien: Für die Performance von "The Dream" wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt: Der 19-Jährige wurde von zwei Engeln mit bombastischen goldenen Flügeln flankiert, die ihm schließlich selbst noch ein Paar verpassten, bevor sie davonschweben. Meer unter seinen Füßen, Himmel über seiner Haartolle, da fehlte nur noch das Feuer. Schmalz ohne Ende, aber technisch sauber.

Wer hätte weiterkommen sollen?

Natürlich Paenda - aus österreichischer Sicht. Wobei man sagen muss, dass sie ihren Song „Limits“ doch wenig einprägsam huhute. Übrigens: Dem ORF hatte Paenda ursprünglich ein anderes Lied für den Wettbewerb angeboten, ein schnelleres. Wie man hört, war es der Jury zu nahe am israelischen Vorjahressieger "Toy".

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Wer hätte ausscheiden sollen?

Eigentlich nur die ersten zwei Nummern und Kroatien. Wobei: Was wäre der Song Contest ohne schmalztriefende Songs wie "The Dream“. Eher überraschend kam übrigens Albaniens Jonida Maliqi mit der pathetischen Ethnonummer "Ktheju tokes" weiter. Eine Nummer, die in der einen Sekunde mitreißt, in der anderen völlig überzogen scheint. Aber hätte Albanien lieber ausscheiden sollen? Nein.

Was ist sonst noch passiert?

Einige Pannen bei den Einstellungen: Die Schuld wurde Madonna zugeschoben, die wegen ihres Auftritts am Samstag offenbar lange Proben ansetzte, die nicht am Plan standen.

Qualifiziert für das Finale am 18. Mai sind:

  • Albanien: Jonida Maliqi mit "Ktheju tokes"
  • Aserbaidschan: Chingiz mit "Truth"
  • Dänemark: Leonora mit "Love Is Forever"
  • Malta: Michela mit "Chameleon"
  • Niederlande: Duncan Laurence mit "Arcade"
  • Nordmazedonien: Tamara Todevska mit "Proud"
  • Norwegen: KEiiNO mit "Spirit In The Sky"
  • Schweden: John Lundvik mit "Too Late For Love"
  • Schweiz: Luca Hänni mit "She Got Me"
  • Russland: Sergey Lazarev mit "Scream"

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