Schlanker Buddha in Wien

Die legendäre Pariser Buddha Bar eröffnet im Dezember in Wien. Allerdings nur in der Sparversion. Little Buddha heißt das Konzept von Raymond Visan, dem Gründer der Pariser Institution. Das Schaufenster hat ihn in Paris gefragt, warum es in Wien nicht für mehr gereicht hat.

Buddha bar

Paris, Kairo, Hurghada. Singapur, Doha, Dubai. Paris, New York, Panama City, Buenos Aires, Sao Paulo, Paris. Und das in 25 Tagen. Raymond Visan ist derzeit schwierig zu erreichen. Der 57-jährige Pariser, der vor elf Jahren die legendäre Buddha Bar gegründet und seitdem Millionen verdient hat, jettet um den Globus, um sein Buddha-Imperium zu erweitern. Mitte Dezember wird er dabei auch in Wien zwischenlanden, um das „Little Buddha“ am Lugeck zu eröffnen. Das Schaufenster hat den ehemaligen Duty-free-Manager vorab in Paris getroffen.

Kairo, Dubai, Sao Paulo: Wollen Sie wirklich die ganze Welt mit Buddha Bars beglücken?

(lacht) Klar, warum nicht. Aber Scherz beiseite. Die Expansion hat einen ganz bestimmten Grund: Die ganze Welt kopiert mein Konzept. Also ist der beste Schutz der Marke, überall eigene Restaurants und Bars mit guten Lizenz-Partnern zu eröffnen. Weltweit werden es am Ende der Expansion 24 Buddha Bars sein. Mehr verträgt das Konzept nicht, mehr Weltstädte gibt es aus meiner Sicht nicht. Weil wir aber trotzdem expandieren wollen, haben wir Little Buddha erfunden. Das Original steht in Las Vegas, es läuft fantastisch. Wir planen rund 150 bis 200 Ableger davon auf allen Kontinenten.

Eines davon eröffnen Sie Mitte Dezember in Wien. Wo ist der Unterschied zur Buddha Bar?
Die Buddha Bar ist teuer, eine Mega-Location, die Menüs sind kostspieliger, die Weinauswahl größer. Little Buddha ist die Light-Version davon.

Also Buddha-Bar für Arme?
Aber nein. Ins Little Buddha gehen immer noch die Movers und Shakers der jeweiligen Stadt, sie haben hohes Einkommen, sie sind Lifestyle-
affin, sie reisen viel, es ist ein internationales Publikum mit dem Blick über den Tellerrand.

Gut, das war jetzt Ihre Werbedurchsage. Warum hat es in Wien nicht für eine Buddha Bar gereicht? Ist Wien keine Weltstadt?
Ich war während der Bauarbeiten oft in Wien, ich liebe Wien, die Kultur, die Architektur, die Menschen. Aber Wien ist zu klein für ein Mega-Konzept wie die Buddha Bar. Das würde sich nicht rechnen. Wien hat genau die richtige Größe für ein Little Buddha.

Sie gelten als Kontrollfreak, Sie schicken Ihr französisches Management zu jedem Lizenz-Projekt, das dann jedem ganz genau auf die Finger schaut und alle Hebel in der Hand hält.
Das muss sein, denn wir versprechen ein bestimmtes Feeling in den Restaurants und Bars. Ich stelle damit nur sicher, dass auch das drinnen ist, was außen draufsteht.

Also wenig Kompetenz für lokales Personal, eine Art französischer Restaurant-Kolonialismus?
Das heißt es nicht. Unser Wiener Geschäftsführer und der Chefkoch werden schon seit Wochen in Las Vegas ausgebildet. Dort lernen sie im Original-Lokal, wie unser Konzept funktioniert. Aber die ersten Monate wird Paris den Laden schaukeln.

Apropos Koch. Wer wird in Wien kochen? Ein bekannter Name?
Gegenfrage: Kennen Sie den Chefkoch in der Buddha Bar in Paris?

Nein, sollte der ein Begiff sein?
Sehen Sie, das ist auch Absicht so. Wir wollen hier Teamplayer, die alles für das Buddha Bar-Feeling tun, ich brauche keine Köche, deren Ego sie ständig dazu treibt, aus irgendwelchen Zeitschriften und Magazinen zu glotzen. Die Menschen kommen nicht wegen des Essens in die Buddha Bar. Sie kommen, weil sie das entspannte Gefühl und das Konzept mögen.

Wie weit wird die Expansion der Buddha Bar-Idee gehen?
Weit. Im Juni 2008 eröffnen wir das ers-
te Buddha Bar-Hotel. Es wird gerade in Prag gebaut, danach folgt Panama. Dann haben wir bereits Verträge für weitere Hotels in Budapest und Lissabon abgeschlossen. Und in Mailand sehen wir uns gerade nach einer passenden Location um. Das ist eine völlig normale Erweiterung unseres Business. Wir kennen unsere Uniqueness sehr genau, wir transferieren das Buddha Bar-Feeling logischerweise in Hotels und auch Spas. Ian Schrager (Hotel-Entwickler aus den USA, Anm.) macht das auch so. Der hat ein gutes Konzept, jetzt baut er gemeinsam mit Hyatt 50 Hotels weltweit. Genial. Verträge für weitere Buddha Bars haben wir auch in China, Russland, Australien und Indien abgeschlossen.

Gibt es auch neue Konzepte?
Ja, in Paris bauen wir gerade an einem japanischen
Restaurant. Wenn die Buddha Bar ein Mega-Ding ist, dann wird dieses Restaurant ein Mega-Mega-Ding, der in etwa dreimal so groß ist. Es wird ein japanisches Lokal auf drei Ebenen mit drei Restaurants und drei verschiedenen Geschmacksrichtungen in der Nähe des Place Maillot. Die Eröffnung planen wir 2010.

Woher holen Sie sich Ihre Inspirationen?
Erstens beim Reisen. Und zweitens aus Hollywood-Filmen. Ich halte Filmarchitekten für die besten Ausstatter von Restaurants, weil sie wissen, wie man mit Licht und Einrichtung Stimmung erzeugen kann.

Was ist das bessere Geschäft? Ihre Restaurants und Bars oder das Business mit den Buddha Bar-CDs?
Ich bin mit dem Musik-Business sehr sehr zufrieden.

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