Christoph Hoch: Eine neue Art von Sprudel ist da

Wenn Winzer aus der Champagne ins Kremstal zum Spionieren kommen, muss etwas dran sein. Nun bringt Christoph Hoch seinen Schaumwein "Kalkreich" auf den Markt.

Christoph Hoch
Schließen
Christoph Hoch
Christoph Hoch – Christine Pichler

Sein Arbeitstitel lautete "Sparkling Projekt": Der junge Hollenburger Winzer Christoph Hoch (bekannt etwa für seinen Sprudel "Kalkspitz") hat drei Jahre warten müssen, dass er seinen neuartigen natürlichen Schaumwein - ohne Zucker- und Hefezusatz - namens "Kalkreich" auf den Markt bringen kann. Seine selbst entwickelte Methode erschien selbst dem Champagnermacher Benoît Tarlant so wagemutig, dass dieser mit Christoph Hoch eine Wette abschloss: Wertvolle gebrauchte Champagnerfässer waren der Einsatz, und Hoch bekam sie. "Es hat schließlich funktioniert."

Über Christoph Hochs Methode war im "Schaufenster" schon vor zwei Jahren exklusiv zu lesen: Er nimmt für seine Art der Flaschengärung einen Hauptanteil fertigen Grundweins, der ein Jahr ohne Zusätze im Fass war, plus einen kleineren Anteil an gefinkelt umsorgtem Sturm.

Kalkreich
Schließen
Kalkreich
Kalkreich – Christoph Hoch
Dessen ungewöhnlich aktive Hefen erzeugen in der Flasche innerhalb von fünf Wochen eine sehr feine Perlage und champagnerübliche 6 bar Druck. Wie bei der Méthode traditionelle findet also eine zweite Gärung statt. "Die meisten Leute haben gesagt, aha, Pet Nat, ist nichts Neues. Aber es ist wegen der zweiten Gärung eben doch etwas Neues!" (Pet Nat, Pétillant naturel, bedeutet in einem Grundgang vergorenen Perlwein). Der Unterschied zu anderen Schaumweinen ist der Sturm, der statt Hefe in die Flasche kommt.

Und dieser Sturm ist auch nicht irgendeiner: Es braucht viel Stickstoff im Boden, damit die Hefe so aktiv ist, dass sie eine Perlage erzeugen kann. „Ich habe bei der Methode ja nur Traubenmaterial zur Verfügung, keine Extrahefe. Ich muss daher Stickstoff im Boden mobilisieren.“ Ein paar Rebzeilen werden also für das Sparkling Project alias Kalkreich anders bewirtschaftet, des Stickstoffs wegen. Und Brennnesseljauche ist nur einer von Hochs rein natürlichen Tricks.

Im August wurde Christoph Hochs Schaumwein nach drei Jahren in der Flasche nun degorgiert (es wurde also das Depot entfernt), die Flaschen sind etikettiert. Und der junge Winzer kann nun endlich das tun, was er - abgesehen vom Weinmachen - mit am besten kann: Reden. Und seinen neuen Schaumwein "Kalkreich" erklären.

Zu verkosten gibt es den Kalkreich bei der "Zimmerstunde 2.0" im Kussmaul in Wien, 21.11.  14 bis 19 Uhr.

Vorbestellungen: hollenburg@christoph-hoch.at, www.christoph-hoch.at

Lesen Sie mehr: Christoph Hoch: Der sprudelnde Winzer

 

(abu)

Die Presse - Testabo

Testen Sie jetzt „Die Presse“ und „Die Presse am Sonntag“ sowie das „Presse“-ePaper und sämtliche digitale premium‑Inhalte 3 Wochen kostenlos und unverbindlich.

Jetzt 3 Wochen testen
Meistgelesen
    Meistgekauft
      Kommentar zu Artikel:

      Christoph Hoch: Eine neue Art von Sprudel ist da

      Schließen

      Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
      Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.