Weinschenke

Nach Cocktailbar und Beisel also Burgerbude. Am Siebensternplatz hat nun das mittlerweile dritte Burgerlokal namens Weinschenke eröffnet. Immer noch gut.

Weinschenke am Siebensternplatz.
Weinschenke am Siebensternplatz.
Weinschenke am Siebensternplatz. – (c) Clemens Fabry

Es ist ein bisschen kompliziert. Irgendwie drängt sich der Verdacht auf, dass Bobostan seine Vorreiterrolle verloren hat. Aber Bobo sagt man ja nicht mehr. Wien-Neubau klingt halt neutraler und kann auch viel mehr sein – das Café Voodoo zum Beispiel. Aber zurück zur Vorreiterrolle. Denn nimmt man zum Beispiel den Siebensternplatz her, sind die Burger dort reichlich spät angekommen. Es ist schon lang her, dass in dem Ecklokal die Cocktailbar Shultz untergebracht war. Dann folgte die Gastwirtschaft Schilling. Jetzt ist dort aber die Weinschenke eingezogen. Der Name trügt, natürlich bekommt man dort auch Wein (und Fassbier von Weitra), aber eigentlich handelt es sich um die bereits dritte Burgerbude von Nikolai Kölbl, der einfach den Namen seines ersten Lokals in Margareten behalten hat. Nach der Franzensgasse und dem Karmelitermarkt gibt es nun auch eine Weinschenke in der Siebensterngasse.
Das Lokal selbst hat sich nicht stark verändert. Der Gastgarten ist immer noch lauschig, obwohl weit und breit kein Garten in Sicht ist. Zur Auswahl stehen sieben verschiedene Burger (zwischen 8,90 und 15, 90 Euro) und je eine vegetarische bzw. vegane Variante. Dazu gibt es Chips aus der Lobau (vier Euro bzw. in Kombination mit einem Burger zwei Euro), ein paar feine Salate und Desserts. Das kommt gut an, der Gastgarten ist gut besucht. Das Service ist freundlich und bei der Sache. Der Double-Cheeseburger besteht, wie beinahe alle Burger, aus 150 Gramm selbst faschiertem Weiderindfleisch, das Wiens berühmter letzter Fleischer, Leopold Hödl, liefert. Außerdem liegen geräucherter Käse, Irish Cheddar, Sauce Dijonaise, Rispentomaten, Gurkerln und rote Zwiebeln zwischen dem selbst gemachten flaumigen Burger Bun. Alles sehr fein, nur beim Fleisch hat man das Gefühl, dass es zu lang gebraten wurde und dadurch ein bisschen trocken ist. Billy the Kid (15, 90 Euro) ist da dank Waldpilzragouts, Cranberry-Whisky-Sauce und knusprig gebratenen Bauchspecks schon eine etwas saftigere Gelegenheit. Gute Burger, auch ganz ohne Vorreiterrolle.
Weinschenke: Siebensterngasse 31/3, 1070 Wien, Mo-Fr, 11-2, Sa, So, 8-2 Uhr, ✆ 0676/39 55 860 ? Fabry

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