Unter 20 Euro

Buschenschank Stift St. Peter

Ausg'steckt ist, heißt es dieser Tage in der Buschenschank Stift St. Peter in Dornbach. Ein netter Heuriger mit gutem, kaltem Buffet – und in wirklich altem Gewölbe.

Buschenschank Stift St. Peter
Buschenschank Stift St. Peter
Buschenschank Stift St. Peter – (c) Clemens Fabry

Die Buschenschank Stift St. Peter ist vieles, eines aber ist sie keineswegs, nämlich neu. Dennoch darf man sie – so viel sei verraten – auch an dieser Stelle empfehlen. Man kann wohl mit gutem Gewissen behaupten, dass sie die älteste Buschenschank der Stadt ist. Immerhin geht nicht nur ihre Geschichte bis ins Jahr 1042 zurück, Teile des historischen Kellergewölbes stammen ebenfalls aus diesem Jahr. Die Buschenschank, die zur Salzburger Benediktiner-Erzabtei gehört, hat somit eine knapp ein Jahrtausend lange Tradition.

Dieser Tage hat man wieder die Möglichkeit sie zu besuchen, weil ausg'steckt ist. Bis 8. Dezember ist geöffnet (am ersten Dezemberwochenende gibt es einen Adventmarkt), an mehreren Terminen ist Wienerliedabend bzw. Musikantenstammtisch. Das wissen offenbar nicht nur die Dornbacher zu schätzen. Ohne Reservierung muss man hier schon Glück haben. Der obere Bereich, gleich beim Eingang, ist der jüngste Teil, er wurde im Biedermeier dazu gebaut. Unten im Schankraum sitzt man unter historischem Gewölbe aus der Barockzeit bzw. aus dem Gründungsjahr. Wie es sich für einen Heurigen gehört, gibt es ein kaltes Buffet. Eines aber, das zum Glück nicht im Großmarkt gekauft wurde. Der Beinschinken wird an der Budel frisch aufgeschnitten und ist ein Gedicht. Ebenso die „würzigen Klosterlaberl“, also faschierte Laibchen (2,80 Euro/Stück), oder auch das Roastbeef (5,60 Euro für 100 Gramm). Außerdem gibt es Blunzen, Klosterspeck, Verhackert, eine feine Käseauswahl (Tête de Moine, Trüffelbrie, Klosterkäse . . .) und Holzofensauerteigbrot aus der Stiftsbäckerei in Salzburg. Hier kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Der Wein dazu schmeckt, vor allem der junge Wiener 2017 (Müller-Thurgau). Zum Dessert gibts Petits Fours (2,10 Euro/Stück), etwa ein sehr angenehmes, weil nicht picksüßes Punschkrapferl oder einen üppigen Pariserspitz. Und danach ein Stamperl vom Kräuterbitter Dornbacher Himmelmutter. Die haben das schon gewusst, wie das geht – vor 975 Jahren.


Buschenschank Stift St. Peter: Rupertusplatz 5, 1170 Wien, ✆ 01/486 46 75, www.stiftstpeter.at, ausg'steckt bis 8. 12., täglich 17–23 Uhr.

diepresse.com/essen

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2017)

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