Marcos Fresh Greek

Mit dem Marcos Fresh Greek hat ein Selbstbedienungslokal für griechisches Fast Food eröffnet. Dazu zählt man hier Porridge, Pastrami und Sprotten.

Marcos Fresh Greek
Marcos Fresh Greek
Marcos Fresh Greek – (c) Clemens Fabry

Stellen sich die ersten Nachahmer ein, kann man wohl nicht alles falsch gemacht haben. Das kann sich Eyal Shani, der Mann hinter der israelischen Street-Food-Kette Miznon, nun auch in Wien denken. Seine Filiale in der Wiener Innenstadt gefällt offenbar nicht nur den Gästen, sondern auch den Kollegen – zumindest das Konzept dahinter. (Die sehr gute Küche ist wohl leider nicht so einfach zu kopieren.)
Das Konzept war bis vor ein paar Jahren neu in der Stadt und taucht nun – im Zuge des Street-Food-Booms mit seiner Galionsfigur Burger – immer öfter auf: ein modernes Selbstbedienungslokal, in dem die Musik laut und die Gäste lässig sind, man an der Bar bestellt, seinen Vornamen preisgibt und dann wie beim Arbeitsamt aufgerufen wird, wenn man endlich dran ist – bzw. das Essen fertig ist. Besteck ist zwar vorhanden, das verwenden aber nur jene, die das Konzept nicht verstanden haben.
Jetzt hat auf der Landstraßer Hauptstraße mit dem Marcos Fresh Greek ein Lokal eröffnet, das dem Miznon nacheifert. Gleich beim Eingang gibt es eine lange Budel, darüber ist an einer Tafel das Menü angegeben. Blaue-weiße Fliesen sollen wohl griechisches Ambiente vermitteln, Kräutertöpfe die Frische. Es gibt Gyros, griechischen Salat, Sprotten, frittierte Calamari, Pastrami-Pita, Pommes, Hummus, Zaziki, Baklava und Porridge – momentan offenbar der Burger unter den Frühstücksgerichten. Selbst Nichtgriechen kommt das wenig griechisch vor. Das Hühnergyros Freiland (5,50 Euro) ist durchaus in Ordnung. Die Kalbsversion Marcos Gyros ist ein bisschen trocken und zäh. Pastrami-Pita (mit Pommes frites um neun Euro) erinnert vielmehr an einen aufgepimpten Schinken-Käse-Toast, nur dass ein wenig Rindersaftschinken, Cheddar und Pita-Brot verwendet wurde. Bei frittierten Sprotten (7,50 Euro) kann man nicht viel falsch machen, sie schmecken vor allem fett nach Mayonnaise. Die Patates (drei Euro) kann man getrost auslassen, bei Hunger empfiehlt sich die Süßkartoffelversion (vier Euro). Die Betreiber wollen offenbar eine Kette daraus machen. An eine bestimmte erinnert es schon.

Marcos Fresh Greek: Landstraßer Hauptstraße 73, 1030 Wien, ✆ 0664/493 00 04, www.marcos.at

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