Im Keller: Olaszrizling 2016

Welschriesling extrem.

(c) Beigestellt

Eigentlich mag Christoph Wachter den Welschriesling, so wie er bei uns getrunken wird, gar nicht. Und dennoch hat er vor zwei Jahren begonnen, Welschriesling abzufüllen. Ein Welschriesling, der mit dem Welschriesling, der normalerweise getrunken wird, nichts zu tun hat. „Ich habe bis zu 50 Jahre alte Welschrieslingreben auf dem Eisenberg stehen“, erzählt der Winzer aus dem Südburgenland. „Wäre doch schade, den Ertrag irgendwo dazuzuleeren“, habe er gedacht.

Also füllte er den Wein in 500-Liter-Holzfässer, ließ ihn spontan vergären und wartete ab. „Olaszrizling“ nennt er ihn. So heißt nämlich Welschriesling auf Ungarisch. Und so fängt er jene, die bei Welschriesling normalerweise das Weite suchen. Wenig Geschmack, viel Säure, meinen viele. Ein Wein zu einer steirischen Kirtagsrauferei, nicht zur guten Küche. Wachters „Olaszrizling 2016“ ist dezent in der Nase, fährt aber dann so richtig ab. Viel Struktur und animierend salzig. Eisenberg eben. Vor Kurzem hat Wachter ein paar Hundert Flaschen ins Steirereck geliefert. „Hast du denen verraten, dass das ein Welschriesling ist?“, frage ich ihn. „Ja“, sagt er, „die wissen Bescheid.“


Weingut Wachter-Wiesler, „Olaszrizling 2016“, 13,50 Euro bei www.wagners-weinshop.com

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