US-Experten senkten Richtwert für Bluthochdruck auf 130 zu 80

Damit ist fast die Hälfte der US-Bevölkerung von der Diagnose betroffen. Die Österreichische Hochdruckliga propagiert bei Selbstmessungen ähnliche Werte.

Archivbild. Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herzkrankheiten und Schlaganfälle.
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Archivbild. Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herzkrankheiten und Schlaganfälle.
Archivbild. Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. – Bilderbox

In den USA ist der Grenzwert für die Behandlung von Bluthochdruck herabgesetzt worden. Laut den von der American Heart Association veröffentlichten neuen Richtlinien wird künftig von Bluthochdruck gesprochen, wenn der obere - systolische - Wert bei 130 mm Hg oder höher liegt und der untere - diastolische - Wert bei 80 oder darüber. Bisher galt in den USA der Blutdruck bei 140 zu 90 als zu hoch.

Ärzte würden nun anerkennen, dass schon "bei diesen niedrigeren Werten" Komplikationen auftreten könnten, heißt es in den neuen Richtlinien zur Feststellung und Behandlung von Bluthochdruck. Sie wurden bei einer Konferenz der American Heart Association im kalifornischen Anaheim verkündet. Zuletzt waren sie 2003 aktualisiert worden.

Nach den neuen Richtwerten leidet fast die Hälfte der US-Bevölkerung (46 Prozent) unter Bluthochdruck. Zuvor erfüllten 32 Prozent die Voraussetzungen für diese Diagnose. Als normal gilt ein Blutdruck von 120 zu 80.

Niedrigere Grenzwerte bei Selbstmessung

In Österreich gilt für Bluthochdruck ebenfalls ein Richtwert von 140 zu 90 in der Ordinationsmessung beim Arzt, erläuterte Bruno Watschinger von der Gesellschaft für Hypertensiologie ("Hochdruckliga") am Dienstag im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. "Bei der Selbstmessung, die wir propagieren, sind es 135 zu 85", sagte er. Das sei schon relativ nahe an den neuen Vorgaben der American Heart Association.

Die Änderung der Richtlinien in den USA ist laut dem Experten der MedUni Wien auf eine große Studie mit unbeobachteter Blutdruckmessung zurückzuführen. Die Ergebnisse dabei entsprachen "wahrscheinlich ungefähr der Selbstmessung". Stress beim Arzt kann ein Grund für leicht erhöhte Werte sein. "Je mehr man misst, desto eher geht der Blutdruck außerdem hinunter", sprach sich der Mediziner für regelmäßige Selbstmessungen aus.

Bluthochdruck ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herzkrankheiten und Schlaganfälle. Wichtig sei es, betroffene Patienten zu behandeln. Je höher das jeweilige kardiovaskuläre Risiko ist, desto strenger sollte der Grenzwert formuliert werden, betonte Watschinger.

(APA/APF)

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