Angiografie: Mit Herzkatheter oder am Computer?

Am 10. Februar ist erster europäischer Röntgentag - Die Österreichische Röntgengesellschaft organisiert in ganz Österreich einen Aktionstag mit kostenlosen Untersuchung für Menschen ohne Versicherung und E-Card.

(c) Www.BilderBox.com (Www.BilderBox.com)

Wien/Cr. Ein bisschen blutig, invasiv, also in den Körper hinein? Oder mittels Bildgebung unblutig und schmerzfrei? Wenn es um die Untersuchung des Herzens geht, herrscht in der Medizinerwelt keine Einigkeit: Die einen – vorwiegend die Kardiologen – raten zur invasiven Herzkatheter-Untersuchung (dabei wird in der Leiste ein Blutgefäß punktiert und ein Katheter unter Röntgenkontrolle bis zum Herzen vorgeschoben) und kritisieren die Strahlenbelastung bei einer Computertomografie (CT). Die anderen – vorwiegend Radiologen – empfehlen die CT-Angiografie und weisen unter anderem auf das Nachblutungsrisiko bei der herkömmlichen Angiografie hin.

Die Kassen zahlen eine CT-Angiografie der Herzkranzarterien jedoch nur selten. „Das bedeutet, dass Patienten immer noch großteils mittels invasiven Verfahrens untersucht werden müssen. Und das, obwohl mit der wesentlich rascheren CT-Angiografie eine koronare Herzkrankheit ohne chirurgischen Eingriff ambulant abgeklärt werden kann. Bei richtiger Indikationsstellung könnte durch Ersetzen einzelner Herzkatheter-Untersuchungen durch CT-Angiografien sogar Geld im Gesundheitssystem gespart werden“, betont Univ.-Prof. Christian Loewe von der Universitätsklinik für Radiodiagnostik am AKH Wien.

Was die Radiologie noch alles kann, soll der erste europäische Röntgentag am 10. Februar zeigen. Die Österreichische Röntgengesellschaft (ÖRG) organisiert einen Aktionstag, an dem Menschen ohne Versicherung und E-Card in mehr als 40 radiologischen Praxen und Instituten in ganz Österreich gratis radiologisch untersucht werden können (nach Indikation). www.oerg.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.02.2011)

Kommentar zu Artikel:

Angiografie: Mit Herzkatheter oder am Computer?

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.

Meistgelesen