Filmball Wien: Depardieu fehlt, Partytiger Merkatz feiert

Die Stargäste Gerard Depardieu und Christian Slater sagten kurzfristig ab. Omar Sharif und Karl Merkatz hatten Spaß. "Terminatrix" Kristanna Loken war auch da.

Filmball 2013 im Wiener Rathaus
Filmball 2013 im Wiener Rathaus
Melles mit Merkatz – (c) Conny de Beauclair (Conny de Beauclair)

Der Termin hätte durchaus besser gewählt sein können: Am Freitagabend wurde im Wiener Rathaus der Filmball veranstaltet. Bekannte Gesichter aus Österreichs Filmlandschaft waren spärlich gesät, weilt doch das Gros der Branche derzeit in Graz, wo bis Sonntag die Diagonale stattfindet. Auch bei den internationalen Gästen gab es für Organisator Edi Finger Jr. Absagen: Der angekündigte Gerard Depardieu kam nicht. Der französische Filmstar, der neuerdings einen russischen Pass besitzt, arbeitet in Paris an einem Film über den entlassenen früheren IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn. Der ebenfalls eingeladene und erwartete Christian Slater gab einer Promotiontour durch die USA den Vorzug. So blieb es - neben zahlreichen deutschen Stars und Starlets wie Jürgen Drews und Jasmin "Blümchen" Wagner - bei einer wahren internationalen Größe: Omar Sharif.

Weil der Filmball nicht nur Ball, sondern auch Gala und Preisverleihung ist, wurden drei Filmball Vienna Awards vergeben, diesmal zu Beginn und nicht wie im Vorjahr zwischen den Gängen des Dinners. "Erst machen wir die Ehrungen in einem Zug und dann die Party", erklärte Finger. Humorig zeigte sich Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny, der konsequent Englisch sprach. Er erklärte der US-Schauspielerin Kristanna Loken, die in „Terminator III" die androide Attentäterin spielte und ebenfalls einen Preis erhielt, Wiener Eigenheiten: "Wenn man hier in Wien etwas zum zweiten Mal macht, nennt man es schon 'Tradition'."

Der Filmball fand bereits zum vierten Mal statt, leidet aber noch an einigen "Kinderkrankheiten", vor allem im Zeitmanagement. Weil der Gang der mit preisen bedachten Schauspieler zur Bühne länger dauerte als erwartet, hörte man Fanfaren im Dauerloop. Und Sunnyi Melles bemühte Omar Sharif umsonst auf die Bühne, bevor sie ihrer Aufgabe, die Laudatio auf Karl Merkatz zu halten, nachging. Der 82-Jährige freute sich ehrlich über seine Preis - und über die Laudatorin. "Ich verehre dich schon die ganze Zeit", sagte Merkatz. "Vielleicht können wir einmal zusammen einen Film drehen."

Sharif hingegen wurde nicht von einem Branchenkollegen, sondern von der EX-FPÖ-Vizekanzlerin und -Sport-Ministerin Susanne Riess-Passer geehrt. Der Star aus "Dr. Schiwago" und "Lawrence von Arabien" überraschte mit einer rührenden Liebeserklärung: "Ich habe in der ganzen Welt gedreht und einmal in Österreich", sagte Sharif. "Und ich habe mich sofort in dieses Land und die Leute verliebt. Ich liebe alle Menschen hier. Ich bin 81 Jahre alt. Ich bin alt und glücklich."

Nach Preisverleihung und Gala-Dinner wollte der Ball-Teil des Veranstaltungs-Hybriden nicht so Recht in die Gänge kommen. Nur Karl Merkatz tanzte, als gäbe es kein Morgen - und kein Gestern: Am Abend zuvor hatte der "Mundl"-Darsteller bis drei Uhr in der Früh mit Sharif gefeiert. Bei einer derartigen Kondition dürfte künftigen Filmprojekten - etwa mit Melles - eigentlich nichts im Wege stehen.

(her)

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