Martina Ebm: „Gehe gern an meine Grenzen“

Martina Ebm ist vor der Kamera ebenso zu Hause wie auf der Bühne. Mit gleich zwei Hauptrollen steht sie vor dem großen Sprung in Österreichs Topliga.

Martina Ebm
Martina Ebm
Martina Ebm – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Den Dezember 2013 wird Martina Ebm noch lange in Erinnerung behalten: als den wohl letzten Monat vor ihrem großen Durchbruch als Theater- und Filmschauspielerin. Vor wenigen Tagen bekam sie die Zusage für die Rolle der Sabina Spielrein in Christopher Hamptons weltbekanntem Stück „Eine dunkle Begierde“, das ab nächstem Jahr im Theater in der Josefstadt aufgeführt wird. Und am 20.Dezember kommt Harald Sicheritz' Komödie „Bad Fucking“ in die Kinos – die Verfilmung des Bestsellers von Kurt Palm, der 2010 ein österreichisches Sittenbild zwischen Korruption und Spekulation, Ehebruch und Mord zeichnete. Ebm spielt darin die Hauptrolle (Veronika) an der Seite von Michael Ostrowski, Wolfgang Böck und Adele Neuhauser.

„Ich bin so glücklich, die Möglichkeit bekommen zu haben, mit so tollen Leuten zusammenzuarbeiten. Dafür bin ich Harald sehr dankbar“, sagt die 31-Jährige. „Und die Zusage in der Josefstadt ist sowieso der Wahnsinn. Ich spüre, dass ich in meiner schauspielerischen Entwicklung von dieser Rolle viel profitieren werde. Das ist ein wichtiger Schritt in meiner Laufbahn.“

Einer Laufbahn, die vor zwölf Jahren mit dem Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften in Wien begann. Parallel dazu sammelte sie erste Erfahrungen in einer freien Theatergruppe. „Was wichtig war wegen der Unabhängigkeit, ich wollte mich nie von künstlerischen Strukturen einengen lassen“, sagt sie. „Wir wollten einfach auf der Bühne stehen und spielen, hatten nichts zu verlieren.“ Nach dem Abschluss des Studiums folgte ein sechswöchiger Kurs an der New York Film Academy – mit abschließendem Auftritt in einem Kurzfilm. „Eine außergewöhnliche Erfahrung. Meine erste vor der Kamera.“

Zurück in Wien öffnete sich für Ebm 2009 eine Tür, durch die sie nur allzu gern gegangen ist. Regisseur Paulus Manker schrieb die Rolle der Alma in seinem gleichnamigen Stück aus. „Ich glaube, ganz Wien war beim Casting“, erzählt sie. „Als ich dann vor ihm stand, wurde mir schnell klar, dass es zwischen uns funkt. Paulus erkannte, dass ich so wie er gern an meine Grenzen gehe.“ Ebm bekam die Rolle und spielte sie im vergangenen Sommer schon zum dritten Mal. Bei Manker habe sie am meisten gelernt. Der direkte Kontakt zum Publikum erfordere eine Art von Spiel, das „ehrlicher und wahrhaftiger“ nicht sein könne. Alles andere würde das Publikum spüren. „Als Alma bin ich jedes Jahr für ein paar Wochen ein seelisches Wrack, lasse mich komplett in die Rolle fallen und gebe jede Kontrolle ab.“

Die Kontrolle abgegeben hat sie auch bei den Dreharbeiten zu „Bad Fucking“ – an Harald Sicheritz. „Die Geschichte ist so komplex, dass ich mir beim Lesen des Drehbuchs kaum ein Bild vom fertigen Film machen konnte“, bekennt Ebm. „Aber ich wusste, dass Harald und ich dieselbe Sprache sprechen. Daher legte ich sämtliche Selbstzweifel ab und vertraute seinen Fähigkeiten als Regisseur.“

„Lachen bleibt im Hals stecken“

Vom Ergebnis seiner Arbeit ist sie begeistert. „Der Humor im Film ist kein konventioneller, das Lachen bleibt einem oft im Hals stecken“, meint sie. „Aber wenn man sich darauf einlässt, kann man einen großartigen Kinoabend haben.“ Über kommerziellen Erfolg macht sie sich keine Gedanken – das sei ohnehin nie abzuschätzen. Ebenso wenig wie über ihre Zukunft als Schauspielerin. „Wichtig ist, die Gegenwart auszukosten und jede Rolle so gut wie möglich umzusetzen. Denn nur, wenn man sein Bestes gibt, hat man sich später auch nichts vorzuwerfen.“

ZUR PERSON

Steile Karriere. Martina Ebm wurde 1982 in Wien geboren und zog mit sieben Jahren nach Mondsee in Oberösterreich. Mit 18 kehrte sie nach Wien zurück und studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaften. Von 2009 bis 2013 spielte sie als Alma im gleichnamigen Stück von Paulus Manker. Am 20.Dezember kommt die Komödie „Bad Fucking“ mit ihr in der Hauptrolle ins Kino.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2013)

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