Ältestem Enkel der Queen droht Ausschluss von der Thronfolge

Peter Phillips will eine Katholikin heiraten, dies ist nach dem Act of Settlement aus dem Jahr 1701 allerdings streng verboten.

AP

Weil er eine Katholikin ehelichen will, droht einem Enkel der britischen Königin Elizabeth II. der Ausschluss von der Thronfolge. Die Verlobte von Peter Phillips, die Kanadierin Autumn Kelly, sei in Québec katholisch getauft worden, zitierten Londoner Medien am Freitag die britische katholische Wochenzeitung "The Tablet". Nach dem Act of Settlement aus dem Jahr 1701 dürfen britische Könige oder ihre Erben keine Katholiken heiraten.

Platz zehn in der Thronfolge 

Der älteste Sohn von Prinzessin Anne aus deren geschiedener erster Ehe mit dem Offizier Mark Phillips könnte somit seinen Platz in der Thronfolge verlieren, wenn er an der Hochzeit mit der 31-jährigen Kanadierin festhält. Dass Phillips einmal König von England wird, ist ohnehin unwahrscheinlich: Derzeit steht der 29-Jährige in der Thronfolge auf Platz zehn nach den Söhnen der Königin, deren Kindern und Prinzessin Anne.

Die Information über Kellys katholische Konfession gelangte nach Angaben des "Daily Telegraph" über ihre Mutter an die Öffentlichkeit. Ihre Tochter sei "stolz auf ihre Religion", sagte Kitty Kelly demnach. Dass britische Könige keine Katholiken heiraten dürfen, sorgt regelmäßig für Kritik, zumal die Einschränkung für andere Glaubensrichtungen nicht gilt. Die Herzogin von Kent, Katharine Worsley, Ehefrau des erbfolgeberechtigten direkten Cousins der Königin, konvertierte nach ihrer Eheschließung zum Katholizismus.

Anglikanische Kirche in Großbritannien an der Spitze

Die anglikanische Kirche ist in England und Wales Staatskirche, der die Mehrheit von 29 Prozent der Bevölkerung angehört. Elf Prozent der Briten sind katholisch, 14 Prozent gehören verschiedenen protestantischen Konfessionen an. Der Inhaber des britischen Throns ist zugleich auch Oberhaupt der anglikanischen Kirche.

Der Act of Settlement von 1701 wurde nach dem Sturz des katholischen Königs Jakob II. Stuart im Jahr 1688 und dessen "Ersetzung" durch seinen Schwiegersohn, den Protestanten Wilhelm von Oranien, eingeführt. Er sollte vermeiden, dass ein zukünftiger Herrscher den Katholizismus wieder als offizielle Religion in England einführen könnte. Die Kirche von England wurde 1535 durch König Heinrich VIII. Tudor von der katholischen Kirche abgespalten.

(Red.)

 

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