Brot im Glas: „Bröselei“, ganz ohne Gluten

Naschen trotz Unverträglichkeit: In ihrem Backatelier produziert die Konditorin und Diätologin Sabine Aichmann glutenfreie Kuchen.

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(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Wien ist derzeit bekanntlich ziemlich vegan unterwegs. Auf den glutenfreien Zug ist die Stadt aber noch nicht großflächig aufgesprungen. Sabine Aichmann, studierte Diätologin, die selbst unter einer Glutensensibilität leidet, Backwaren aus herkömmlichen Getreidesorten also nicht verträgt, hat vor einiger Zeit diesbezüglich einen ziemlichen Nachholbedarf in Österreich geortet.
Verglichen mit anderen Ländern wie Schweden oder Island, in denen das Angebot an glutenfreien Lebensmitteln „riesig“ sei, habe man es in Österreich als Betroffener schwerer. „Beim Einkaufen gibt es mittlerweile ein breiteres Angebot“, sagt Aichmann. „Will man aber im Restaurant essen gehen, ist die Situation ganz schwierig.“

Um das zu ändern, hat Aichmann soeben ihre „Bröselei“ gegründet – ein Backatelier, in dem sich die 25-jährige Diätologin und Konditorin auf gluten- und laktosefreie Produkte spezialisiert hat. Da gibt es etwa Schoko-Bananen-Kuchen mit einem cremigen Kern aus dunkler (und daher milchfreier) Schokolade. Statt Weizen- benutzt Aichmann für diese Kuchenvariante Reismehl. Der Teig ihrer Schokocookies besteht neben Reismehl auch aus Maisstärke, Eier ersetzt sie in ihren veganen Produkten durch Apfelmus oder Sojajoghurt.

Neben den nicht ganz gewöhnlichen Zutaten ist das vielleicht auffälligste Merkmal von Aichmanns Bröselei aber, dass Brot, Kuchen und Cracker in hübsche Gläser verpackt werden. Damit heben sich die Produkte nicht nur optisch von der breiten Masse ab, im Glas bleiben die Produkte auch garantiert kontaminationsfrei. Denn tatsächlich kann etwa ein glutenfreier Kuchen, der mit einem Messer geschnitten wird, das davor für „normales“ Brot verwendet wurde, empfindlichen Menschen Probleme bereiten. Die Kuchen-im-Glas sind daher auch für die Gastronomie gedacht, wo sie, so Aichmanns Idee, als Nachspeise direkt im Glas serviert werden sollen. Derzeit laufen Gespräche mit Lokalbetreibern „auf Hochtouren“. Sonst gibt es die Waren im Allergiesupermarkt – oder über die Bröselei-Website (siehe Infobox).

Direkt bei Aichmann kann man Müsli, Brot und Kuchen nämlich (noch) nicht kaufen – vorläufig hat sie die Küche ihrer Wohnung im 17. Bezirk zum Backatelier umfunktioniert. Langfristig möchte sie aber ein Gassenlokal eröffnen. Für den Herbst ist die Erweiterung des Sortiments um glutenfreies Früchtebrot und Weihnachtskekse angedacht.

Lange Experimentierphase

Monatelang hat Aichmann probegebacken und experimentiert, um Konsistenz und Geschmack hinzubekommen. Denn ein Kuchen soll, findet Aichmann, tatsächlich nach dem schmecken, was er verspricht: So hat etwa der Schoko-Bananen-Kuchen tatsächlich einen sehr hohen Schoko (27 %)- und Bananenanteil (20 %). Gesünder als andere Süßigkeiten sind die Bröselei-Kuchen nicht unbedingt: Sie enthalten (meist) genauso Zucker, Schokolade (nur eben laktosefrei) und Fett. „Das schönste Kompliment“, sagt Aichmann, sei, wenn ihr jemand sage, dass die Produkte „ganz normal“ schmecken und „man nichts“ von ihren besonderen Zutaten merkt.

Auf einen Blick

„Bröselei“ nennt sich das eben eröffnete Backatelier der Diätologin und Konditorin Sabine Aichmann, die sich auf gluten- und laktosefreie Backwaren spezialisiert hat. Die teils auch veganen Produkte – Kuchen, Brote, Müsli, Kekse und Cracker – können online bestellt werden. Sie werden in Gläsern geliefert. Aichmanns Produkte gibt es aber auch im (ebenfalls noch recht neuen) Allergiesupermarkt im Einkaufszentrum K1, Kagraner Platz 1–4 im 22. Wiener Gemeindebezirk.

Alle Infos zur Bröselei unter: www.broeselei.at.

 

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