Vom Croissant bis zum Porträt: Herr Simonis und das gute Leben

Marco Simonis, dessen Großvater Wiens legendäres Fotoatelier gründete, hat ein Café mit Delikatessen-, Kunst- und Designshop eröffnet.

Croissant
Croissant
Croissant – Die Presse/Fabry

Marco Simonis hat ein einfaches Konzept, aber ein gutes. „Alles rund ums gute und schöne Leben“, erklärt er und führt stolz durch sein neues Geschäft, das eine Mischung aus Delikatessen-, Bioladen, Café und Designshop ist. Ein Geschäft, das man so auch in New York, London oder Paris findet, das aber, wie er meint, in Wien eben noch gefehlt hat.

Also hat Simonis, der 20 Jahre lang bei der Cateringfirma Frederik's tätig war, eben ein solches Geschäft eröffnet. „Es war immer klar, dass ich etwas Eigenes mache, die Frage war nur wann“, sagt der 40-Jährige. Jetzt hat er sie sich mit dem „Marco Simonis, Bastei 10“ in der Domikanerbastei 10 in der Wiener Innenstadt selbst beantwortet. Die Idee für das Geschäft sei auf Reisen entstanden, erklärt er und zählt die oben genannten Metropolen auf. Im vergangenen Jahr habe er sich dann hingesetzt und in drei Stunden das Projekt zu Papier gebracht. Bei der Lokalität wurde mit einem hübschen, 200 Quadratmeter großen Lokal fündig, in dem sich einst eine Druckerei befunden hat. „Vorn ist eher Industrie-Chic und hinten, wo wir Design verkaufen, herrscht Wohnzimmeratmosphäre. Den Raum kann man auch für Präsentationen oder kleine Events mieten.“

 

Nicht alltäglicher Nahversorger

Verkauft werden hier, im hinteren Teil, skandinavische Kleinmöbel, österreichisches Porzellan aus der Manufaktur Mano Design oder aber auch Armagnac von einem französischen Kleinbauern, der das französische Außenministerium beliefert. Auch ein hübscher, antiker Safe steht hier nicht nur zur Dekoration.

Im vorderen Teil des Lokals, wenn man so will dem Herzstück, hat Simonis seine kulinarische Ader ausgelebt. Auf einer hübschen Theke werden kleine Bäckereien – vom Croissant oder Cheese Cake über die Zitronentarte bis zum Milchrahmstrudel –, Torten, Sandwiches und Baguette verkauft. „Wir beginnen um acht Uhr mit gutem Espresso, Superbar vom Hausbrandt, Frühstück, dann geht es weiter mit Sandwiches, Salaten, einem Mittagstisch und abends gibt es Schmankerlteller oder Käsevariationen“, erklärt Simonis, der den Wienern das Take-away-Prinzip auch beim Frühstück mit frischen Müslimischungen oder Smoothies näherbringen will. Neben dem Café hat Simonis auch eine kleine Delikatessenabteilung eingerichtet, in der frische Biomilch, Ziegenkäse und Milchlammschinken, aber auch Wein, französische Kekse oder Fischkonserven aus dem portugiesischem Hause José Gourmet angeboten werden. „Ich will auch ein nicht alltäglicher Nahversorger sein, man kann sich abends eine gute Flasche Wein, Pasta und ein von uns selbst gemachtes Pesto kaufen.“

Die dritte Säule des Geschäfts ist familiär geprägt. „Wir wollen alles rund ums Genießen bieten, aber es gibt auch Kunst im Hintergrund.“ Auch die kann gekauft werden, wie derzeit etwa die Fotografien an den Wänden. „Das wechselt immer, aber wir haben mit Porträts begonnen. Das ist eine schöne Tradition, ein gutes Porträt zeigt die Seele eines Menschen.“ Sein Bruder, Philipp Simonis, betreibt praktischerweise das legendäre Wiener Fotostudio Simonis, das Bundespräsidenten – von Karl Renner bis Heinz Fischer – porträtiert hat. Und nicht nur die. „In Paris oder New York ist so eine Mischung selbstverständlich, bei uns dauert es noch ein bisschen“, sagt Simonis, sichtlich überzeugt von seinem Konzept.

ZUR PERSON

Marco Simonis hat am 1. September in der Dominikanerbastei 10 im 1. Bezirk in Wien ein Geschäft für Delikatessen, Kunst und Design inklusive Café eröffnet (Mo bis Fr 8 bis 20 Uhr, www.marcosimonis.com). Der 40-Jährige war zuvor 20 Jahre bei der Cateringfirma Frederik's als operativer Geschäftsführer tätig. Sein Großvater Heinz hat das legendäre Fotostudio Simonis in der Währingerstraße 12 betrieben, das unzählige bekannte Personen von Karl Renner bis Heinz Fischer porträtiert hat. Sein Bruder Philipp Simonis leitet heute das Fotostudio.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.09.2014)

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