Women's World Awards: Auftakt ohne zehnjährige Preisträgerin

Eigentlich sollte Nojoud Ali heute Abend der "World Hope Award" überreicht werden, dem Mädchen wurde aber die Ausreise aus ihrem Heimatland verwehrt. Betty Williams schlägt gewaltfreien Protest vor.

(c) REUTERS (Khaled Abdullah Ali Al Mahdi /)

Nojoud Ali, jene Zehnjährige aus dem Jemen, die mit ihrer Zwangsheirat und ihrem Kampf für ihre Scheidung berühmt wurde, durfte nicht aus ihrer Heimat ausreisen. Dem Mädchen sollte heute Abend bei der „Women’s of the Year“-Gala in Wien der "World Hope Award" persönlich überreicht werden. Aus unverständlichen Gründen sei ihr aber der Pass beim Zoll weggenommen worden, so "Women's World Awards"-Mitbegründer Georg Kindel. "Wir haben einen Vertreter hingeschickt und viele Menschen gebeten, uns zu helfen." Auch Antonio Maria Costa, Generaldirektor der Vereinten Nationen in Wien und Exekutivdirektor der UN-Drogen- und Kriminalitätsbehörde, hatte sich eingesetzt. "Sie wollten verhindern, dass dieses mutige Mädchen bei uns heute Abend dabei ist", meinte Kindel. Friedensnobelpreisträgerin Betty Williams und Schauspieler Christopher Lee schlugen einen gewaltfreien Protest vor.

Statements anderer Preisträger

Betty Williams sprach sich angesichts des Ausreiseverbots von Nojoud Ali für eine Demonstration vor der Botschaft aus: "Ich würde dasselbe sagen. Wir sollten gleich mit den Medien hingehen", schlug Schauspieler Christopher Lee vor. Berufskollegin Monica Bellucci meinte, dieses Mädchen sei einfach gefährlich für ihr Land, deswegen dürfe es nicht hier sein. Der Preis sei eine Auszeichnung für alle Frauen, denn jede würde ihren Teil beitragen.

Die Situation für Frauen bessert sich

Es habe sich in den vergangenen Jahren schon viel verändert - es sei aber auch noch viel zu tun, erklärte Schauspielerin Marianne Faithfull. Unternehmerin Marilyn Carlson Nelson sagte, man müsse in der eigenen Familie und Nachbarschaft beginnen: Jeder kleine Beitrag helfe, die Welt zu verbessern. Film-Diva Claudia Cardinale berichtete, sie wolle die Stimme für jene Frauen sein, die selbst nicht sprechen können.

Die Wiener Stadträtin Renate Brauner (SPÖ) bemerkte, dass die Bundeshauptstadt und die "Women's World Awards" "gut zusammenpassen", weil in Wien Frauen- und Kinderrechte "ganz oben" stünden und verschiedene Kulturen friedlich zusammenleben. Superfund Investment Group-Gründer Christian Baha bemerkte, man wolle mit den Preisen die Gleichberechtigung von Frauen unterstützen und der griechische Sänger Mario Frangoulis wollte seinen Besuch in Österreich als Botschafter für Frieden und Liebe verstanden wissen.

(APA/Red.)

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