"America's Got Talent": Clairvoyants aus NÖ auf Platz zwei

Jetzt warten auf die niederösterreichischen Clairvoyants, Thomas Höschele und Christine Gruber, "Vegas und der Times Square".

Thomas Höschele und Christine Gruber
Thomas Höschele und Christine Gruber
Thomas Höschele und Christine Gruber – APA (SEBASTIAN KONOPIX)

Es war die Zahlenfolge 2456 – so lauten die letzten vier Ziffern von Simon Cowells Kreditkartennummer. Dafür kann man sich zwar nichts kaufen, auch wenn die Kreditkarte des britischen Castingshow-Erfinders („Britain's Got Talent“, „The X Factor“) vermutlich ziemlich viel hergäbe. Den Clairvoyants haben die Zahlen jedenfalls Platz zwei gebracht – bei „America's Got Talent“. Vorausgesehen hatten die beiden Niederösterreicher, Thomas Höschele und Christine Gruber, ihren Beinahe-Sieg nicht. Allein in den Top Ten gelandet zu sein, sagt Höschele, sei großartig gewesen. Dabei sind es ihre treffsicheren Vorhersagen, mit denen die beiden beim amerikanischen 17-Millionen-Publikum punkten konnten. Man wusste, welche Zuckerl-Geschmackssorte sich Jurorin Heidi Klum in den Mund stecken, dass Ex-Spice-Girl Mel B 22 davon wählen und Howie Mandel über Schoko-Geschmack scherzen würde. Derart landeten die beiden Anfang August mit 20 anderen Kandidaten im Halbfinale im September. Im am Mittwochabend in den USA ausgestrahlten Finale stieg Gruber dann – unter anderem – in einen Wassertank und erriet dort besagte Erfolgszahlen.

Sebastian Konopix

Der Rummel, der seither um die Zweitplatzierten eingesetzt hat, ist beeindruckend. Er habe leider doch nur noch dreieinhalb Minuten Zeit statt der vereinbarten zehn, erklärte Höschele, als ihn „Die Presse“ gestern um 7.35 Uhr Westküsten-Ortszeit ans Telefon bekommt. Es werden dann doch ein paar mehr, bis der 28-Jährige aus Mautern bei Krems im Dolby Theatre in Hollywood für die Aufzeichnung eines Weihnachtsspecials abgeholt wird.

Es ist der vorläufige Höhepunkt einer steilen Magierkarriere, die schon bisher – auch – über Talentshows gelaufen ist. 2011 hatte es Höschele bei der „Großen Chance“ im ORF „nur“ ins Halbfinale geschafft – damals war der Zauberer zum ersten Mal mit seiner Partnerin, der Mentalmagierin Christine Gruber, aufgetreten. Beim „Supertalent“ auf RTL ein Jahr später sorgten sie in Deutschland mit ihren Tricks bereits für mediales Rätselraten.

Wobei es nur zum Teil die magischen Überraschungen sind, die zum Erfolg des Duos beitragen. Verblüffend ist nämlich auch die Selbstverständlichkeit, mit der Thommy Ten und Amélie van Tass, wie sie sich als Künstler nennen, Showkaliber á la Heidi Klum und Simon Cowell in ihre Performance mit einbauen. „Präsentation, Auftreten und Unterhaltung“ hatte Höschele, ein ausgebildeter Kommunikationsexperte, schon vor Jahren als wichtige Faktoren genannt.

Weihnachten am Broadway

Sein Weg zur Zauberei war dabei klassisch: Mit zehn bekam er den ersten Zauberkasten, mit zwölf bat er um Aufnahme in den lokalen Zauberklub, Die magischen Zehn. Auch seine Partnerin, eine Tänzerin und Sozialpädagogin aus Hofstetten-Grünau im Pielachtal, habe sich für Magie interessiert, noch bevor sie Höschele traf. 2015 wurden sie gemeinsam als Clairvoyants Weltmeister in der Sparte Mentalmagie – ein Titel, der 30 Jahre lang nicht vergeben worden sei, sagt Höschele. Daneben waren sie etwa mit ihrer Show auf einem amerikanischen Kreuzfahrtschiff unterwegs, haben heuer zwei Wochen in der Oper von Sydney gespielt, eine Asien- und Mexiko-Tournee hinter sich gebracht.

Gewonnen hat die elfte Staffel „America's Got Talent“ übrigens die zwölfjährige Grace VanderWaal mit ihrer Ukulele. Ihr sind drei Shows in Las Vegas im Oktober sicher – gemeinsam mit den Clairvoyants. Zu Weihnachten haben diese dann „als erstes europäisches Zauberpärchen“ eine Broadway-Show, am Times Square. Und am 1. Oktober sind sie in St. Pölten.

AUF EINEN BLICK

The Clairvoyants sind das Mental-Magierduo Thomas Höschele und Christine Gruber alias Thommy Ten und Amélie van Tass aus Niederösterreich. Am Mittwoch gewannen die beiden bei der weltgrößten Talentshow „America's Got Talent“ Platz zwei. Der Sieg ging an die zwölfjährige Sängerin Grace VanderWaal. Am 1. Oktober treten die Clairvoyants in St. Pölten auf.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2016)

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