Dellen, Stoppeln, keine Kurven?: Die Retusche-Tricks bei "Victoria's Secret"

Dass Frauen auch abseits der berühmten Modelmaße 90-60-90 Unterwäsche tragen und dabei genau so gut aussehen, beweist ein Plus-Size-Model aus New York City.

(c) Instagram/tabriamajors

Tabria Majors hat drei Fotos aus dem aktuellen "Victoria's Secret"-Katalog nachgestellt - Pose, Outfit und Kulisse inklusive.

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"Vielleicht gehe ich heuer als 'Victoria's Secret'-Engel zu Halloween," schreibt Majors dazu auf ihrem Instagram-Account, "nachdem das im echten Leben nicht passieren wird."

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Über die Models auf den Originalaufnahmen verliert die 27-Jährige kein schlechtes Wort. Sie möchte lediglich zeigen, dass auch Frauen jenseits von Kleidergröße 34 großartig in Unterwäsche aussehen können.

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Das kurvige Model wird nächstes Jahr auch in der Bademoden-Ausgabe des Magazins "Sports Illustrated" zu sehen sein. Sie sei wahnsinnig stolz und aufgeregt deswegen, schreibt die Amerikanerin auf Instagram.

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Zwar sind Plus-Size-Models in den vergangenen Jahren immer präsenter geworden, dennoch dominieren nach wie vor (sehr) dünne Frauen mit vermeintlichen Idealmaßen den Modemarkt.


 

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Und selbst bei diesen denkbar makellos scheinenden Körpern wie jenen der "Victoria' Secret"-Models wird ordentlich in die Trickkiste gegriffen, um der natürlichen Schönheit noch einmal nachzuhelfen, wie eine Retuscheurin in einem Interview mit dem Onlinemagazin "Refinery29" verrät.

(c) Instagram/victoriassecret

Die langjährige "Vicoria's Secret"-Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, will klarmachen, wie unecht die Körper, die tagtäglich auf Postern zu sehen sind, tatsächlich sind, und zwar von Kopf bis Fuß.

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Geändert und verbessert wird dabei keineswegs erst, wenn die Bilder im Kasten sind. Schon am Set wird fleißig nachgeholfen. "Das Erste, was zum Einsatz kommt, sind Haarextensions", erzählt die Mitarbeitern. Danach kämen "Hähnchenbrüste" und andere Formpads zum Einsatz, die Brustgrößen und Körperformen an das anpassen, was gerade gefragt ist.

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Gegen die Schwerkraft wird mit zusätzlichen BHs angekämpft: "Oft ist ein Push-up-BH in den Badeanzug eingelassen, der anschließend wegretuschiert wird, und zwar auch bei den trägerlosen Teilen."

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Dieser Vorgang sei Routine in der Modebranche. Deshalb seien Antischwerkraft-Brüste auf Plakaten und in der Werbung auch omipräsent. Bademode an echten Körpern sei hingegen kaum noch zu sehen.

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In der digitalen Nachbearbeitung wird an den Fotos nochmal kräftig hantiert - Photoshop sei Dank. Der BH kommt raus, Nippel werden ausradiert, Brüste runder, höher, symmetrischer und größer gezaubert.

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Haarige Achseln? Stoppeln im Intimbereich? Mit ein paar Klicks sind glattrasierte Körper zu bestaunen. Auch Hände und Füße werden korrigiert. Eine weitere Standardmaßnahme sei, "mehr Fleisch auf die Knochen" zu zaubern. 

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Zu flache Hintern, herausstechende Rippen und scharfe Hüftknochen werden versteckt. "Wir legen Kurven über Kanten." Warum dann nicht gleich kurvige Mädchen engagieren?

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Weil sich diese nicht gut verkaufen. Während ihrer Zeit bei "Victoria's Secret", erzählt die Grafikerin gegenüber "Refinery29", "haben sie alle möglichen Models und alle möglichen Körperformen ausprobiert". Die Kampagnen kamen bei den Verbraucher jedoch nicht an.

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Potentielle Kunden der Modefirmen tragen somit Mitschuld am Optimierungswahn in der Branche, so die Insiderin weiter: "Wir als Gesellschaft suchen uns das so aus."

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Auch wenn es Ausnahmen in der Branche gebe, die gänzlich unretuschierte Fotos veröffentlichen, geht es letztendlich nur ums Geld. Modeunternehmen würden derartige Kampagnen nicht etwa aus Überzeugung starten, sondern nur um zu sehen, ob sich Produkte auf diese Weise besser verkaufen lassen.

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