Mode: Tommy Hilfiger wird verkauft

Dem US-Unternehmen Phillips-Van Heusen ist das Label 2,2 Mrd. Euro wert. Durch den Deal avanciert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge zu einem der größten Bekleidungskonzerne mit einem geschätzten Umsatz von 4,6 Mrd. Dollar.

(c) EPA (Peter Foley)

Wien (ag./nst). Das Modelabel Tommy Hilfiger wechselt – wieder einmal – den Besitzer. Die Beteiligungsgesellschaft Apax Partners verkauft die in ihrem Besitz stehende Marke an die US-Bekleidungsfirma Phillips-Van Heusen (PVH) für 2,2 Mrd. Euro. Am Montag wurde eine Vereinbarung zur Übernahme beschlossen.

PVH wird zudem die Schulden von Tommy Hilfiger übernehmen. Sie betragen etwa hundert Mio. Euro. Der Kaufpreis wird mehrheitlich in bar bezahlt, der Rest mit PVH-Aktien beglichen. Durch Synergien erhofft sich PVH jährliche Einsparungen in Höhe von knapp 40 Mio. Dollar.

Phillips-Van Heusen vertreibt unter anderem Marken wie Calvin Klein oder Timberland. Durch den Deal avanciert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge zu einem der global größten Bekleidungskonzerne mit einem geschätzten Umsatz von 4,6 Mrd. Dollar. Apax und Phillips-Van Heusen haben schon einmal zusammengearbeitet. Von Apax Partners beratene Fonds haben Phillips-Van Heusen dabei geholfen, den Kauf der Marke Calvin Klein zu finanzieren. Apax ist zudem mit knapp drei Prozent an PVH beteiligt.

Apax ist bereits seit einigen Jahren Tommy Hilfigers neuer Eigentümer. 2005 bot sich das US-Label selbst zum Verkauf an, nachdem es monatelang mit dem schwächelnden Großhandel zu kämpfen hatte. Apax kaufte Hilfiger schließlich für 1,6 Mrd. Dollar und nahm die Firma in der Folge von der Börse.

 

Populär dank Rapmusik

Der ursprüngliche Plan von Apax war es, Hilfiger nach einigen Jahren wieder an die Börse zu bringen. Im Zuge der Turbulenzen an den Finanzmärkten verwarf die Gesellschaft diese Pläne jedoch. Im Vorjahr liebäugelte Apax dennoch wieder mit einem Börsengang. Damals hieß es, dass ein IPO (Initial Public Offering) in den kommenden zwei bis drei Jahren die wahrscheinlichste Option für einen Ausstieg von Apax sei. Nun kam es doch anders.

Das von Thomas Jacob Hilfiger gegründete Unternehmen zählte Anfang der 90er-Jahre zu einer der beliebtesten Modemarken der Vereinigten Staaten. Zu verdanken hatte dies die Firma wohl auch der amerikanischen Rapperszene, die sich nur allzu gern mit Hilfigers Mode eindeckte. Im Laufe der Zeit schwand jedoch das Interesse der Rapperszene, und Hilfiger gelang es nicht mehr, diese Klientel zurückzugewinnen.

In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Gerüchte auf, wonach Hilfiger rassistische Äußerungen getätigt haben soll. Hilfiger wehrte sich stets vehement gegen diese Anschuldigungen. Konkretes konnte ihm nie nachgewiesen werden.

Zur Jahrtausendwende erzielte Hilfiger mit seinem Unternehmen einen Umsatz von zwei Mrd. Dollar. Im Jahr 2009 werden es etwa 2,25 Mrd. Dollar sein. Seinem Label wird er übrigens weiterhin als Designer zur Verfügung stehen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.03.2010)

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