Die Sätze, die wir im Leben mit uns ziehen

Auf Twitter erzählen Menschen von Sätzen, die ihnen nachhängen. Autoren schreiben Bestseller mit klugen Lebensweisheiten. Manche Aussagen begleiten uns ein Leben lang. Warum? Über die Kraft der Worte - und wie man sie nützen kann.

Es ist eine Situation, die jeder kennt. Manche Worte graben sich besonders tief ins (Unter-)Bewusstsein ein.
Es ist eine Situation, die jeder kennt. Manche Worte graben sich besonders tief ins (Unter-)Bewusstsein ein.
Es ist eine Situation, die jeder kennt. Manche Worte graben sich besonders tief ins (Unter-)Bewusstsein ein. – (c) Clemens Fabry

Es waren keine schöne Nachrichten, die da Ende Juli auf Twitter zu lesen waren. „Du könntest hübsch sein, wenn du nicht so dick wärst“, twitterte eine Frau. Und: „Natürlich enttäuscht du uns, aber du musst ja wissen, was du tust.“ Eine andere postete: „Schön bist du nicht, gescheit auch nicht, ich weiß nicht, was die Männer an dir finden, aber irgendwer muss es wohl tun.“ Besser war da: „Es gibt keine dummen Menschen. Es gibt nur Idioten, die das behaupten.“ Das alles lief unter dem Hashtag „SprücheUnsererMütter“. Sätze, die sich im Gehirn der Töchter eingebrannt haben und die sie jetzt – schon erwachsen – geteilt haben.

Es ist eine Situation, die jeder kennt. Manche Worte graben sich besonders tief ins (Unter-)Bewusstsein ein. Manche Sätze erwischen einen so kalt, dass sie einen Jahre später noch verfolgen, obwohl man rational weiß, dass sie nicht stimmen. Andere Ratschläge und Lebensweisheiten tragen einen genau in den richtigen Momenten weiter. „If you are going through hell, keep going“, sagte Winston Churchill einst. Für viele ist das der passende Satz, wenn alles um einen herum zusammenbricht. Autoren wie der Schweizer Schriftsteller Rolf Dobelli haben sich dieses Phänomen zunutze gemacht. Er hat es mit Ratgebern und prägnanten Lebensweisheiten zu Bekanntheit und Bestsellern gebracht. „Absenz ist viel schwieriger zu erkennen als Präsenz. Anders ausgedrückt: Was da ist, hat mehr Gewicht als das, was nicht da ist“, stammt von ihm.

Aber warum graben sich manche Sätze tiefer ins Gehirn als andere, warum schaffen es manchmal die wenigen richtigen Worte, uns aus emotionalen Krisen zu holen?

Das ist drin:

  • 11 Minuten
  • 2120 Wörter
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.09.2018)

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