Küstenwache stellt Suche nach Daniel Küblböck ein

Der 33-Jährige, der vor allem durch sein schräges Auftreten in der TV-Castingshow "Deutschland sucht den Superstar" berühmt geworden war, ist in der Labradorsee von Bord gegangen. Die kanadische Küstenwache stellte ihre Suche ein.

Daniel Küblböck wurde 2002 als Teilnehmer von "Deutschland sucht den Superstar" bekannt. Die Aufnahme stammt aus dieser Zeit.
Daniel Küblböck wurde 2002 als Teilnehmer von "Deutschland sucht den Superstar" bekannt. Die Aufnahme stammt aus dieser Zeit.
Daniel Küblböck wurde 2002 als Teilnehmer von "Deutschland sucht den Superstar" bekannt. Die Aufnahme stammt aus dieser Zeit. – (c) Getty Images (Sascha Steinbach)

Vom vermissten Ex-TV-Star Daniel Küblböck (33) gibt es nach Angaben von Aida Cruises weiterhin keine Spur. "Die Suche blieb bisher erfolglos", teilte der Kreuzfahrtveranstalter am Montagmorgen mit. Die beiden an der Suche beteiligten Kreuzfahrtschiffe seien am Sonntagabend (Ortszeit) nach Einbruch der Dunkelheit von der kanadischen Küstenwache "aus der Suchaktion entbunden worden".

Wie am Montagabend (MEZ) bekannt wurde, stellte schließlich auch die kanadische Küstenwache die Suche nach Küblböck ein. Das teilte der Sprecher der Küstenwache im kanadischen Halifax, Mark Cough, am Montag mit. Insgesamt vier Schiffe und zwei Flugzeuge hätten 80 Stunden lang eine Fläche von 1227 Quadrat-Seemeilen abgesucht.

"Leider wurde kein Anzeichen von Herrn Küblböck gefunden", sagte Cough. Wegen der kurzen Überlebenszeit in dem kalten Wasser sei die schwere Entscheidung getroffen worden, die Suche einzustellen.

Die Familie Küblböcks gab unterdessen die Hoffnung nicht auf: "Wir denken mit all unserer Kraft und Liebe an Daniel und hoffen auf ein großes Wunder", hieß es in einer Stellungnahme, die Angehörige und enge Freunde auf der Internetseite des 33-Jährigen veröffentlichten. Man bat zudem darum, auf Spekulationen rund um das Verschwinden Küblböcks zu verzichten und der Familie Ruhe zu gewähren: "Wir, die Familie, Angehörige und enge Freunde, sind tief bestürzt und haben derzeit keine Kraft die Vorfälle zu kommentieren."

War privat auf Kreuzfahrt

Das Schiff "Aidaluna", von dem Küblböck verschwunden ist, befinde sich auf dem Weg nach Halifax. "In dieser schwierigen Zeit sind wir mit unseren Gedanken bei der Familie des Vermissten", erklärte das Unternehmen. Man stehe in engem Austausch mit den Angehörigen, um ihnen in allen Fragen zur Seite zu stehen. Außerdem kooperiere Aida vollumfänglich mit den Behörden. Der Künstler war nach Angaben des Anbieters Aida Cruises bei einer Kreuzfahrt von Hamburg nach New York City Sonntagfrüh (Ortszeit) in der Labradorsee, ungefähr 100 Seemeilen (etwa 185 Kilometer) nördlich von St. John's/Neufundland, über Bord gegangen.

Die Wassertemperatur betrage dort etwa 10,5 Grad, hieß es. Ohne Hilfe liege die Überlebenschance bei nur wenigen Stunden. Es gebe Grund zu der Annahme, dass der inzwischen als Daniel Kaiser-Küblböck auftretende Sänger und Entertainer ("Deutschland sucht den Superstar") absichtlich gesprungen sei. "Das ist unsere Vermutung", sagte Aida-Sprecher Hansjörg Kunze in Hamburg. Nach Durchsagen und einem Kabinencheck sei festgestellt worden, dass Kaiser-Küblböck verschwunden sei. Er war privat an Bord des Kreuzfahrtschiffes.

Information

Wer Selbstmordgedanken hat, sollte sich an vertraute Menschen wenden. Oft hilft bereits das Sprechen über die Gedanken dabei, sie zumindest vorübergehend auszuräumen. Wer für weitere Hilfsangebote offen ist, kann sich an die Telefonseelsorge wenden: Sie bietet schnelle erste Hilfe an und vermittelt Ärzte, Beratungsstellen oder Kliniken.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Depressionen betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Nummer: 142.

www.suizid-praevention.gv.at

Kaiser-Küblböck, geboren im bayerischen Hutthurm in der Nähe von Passau, wurde 2002/2003 bekannt, als er an der RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar" teilnahm und Dritter wurde. Küblböck war sich seiner polarisierenden Wirkung schon als junger Künstler bewusst. Alles, was er mache, spalte, sagte er 2004 nach der Aufführung des halbdokumentarischen Films "Daniel, der Zauberer. "Aber ich glaube, das macht mich aus." Doch seine Dauerpräsenz in vielen Medien, die ihn als schrille Figur präsentierten, bot ihm die Chance für eine jahrelange Karriere als Sänger, Entertainer und Kandidat in Casting-Shows. Er sammelte auch diverse Auszeichnungen und Goldene Schallplatten ein.

Dieter Bohlen, Dauer-Jurymitglied der Casting-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" und zu Küblböcks Karrierebeginn enger Kollaborateur, meldete sich unterdessen mit einer persönlichen Ferndiagnose zu Wort. Dabei trug er einen pietätlosen Pullover mit der Aufschrift "Be one with the Ocean" (Sei eins mit dem Ozean) seines Ausstatters Camp David. Das als "#Anzeige" gekennzeichnete Posting sorgte umgehend für Empörung.

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Hochs und Tiefs

Selbst ungeplante Zwischenfälle steigerten Küblböcks Bekanntheit. In die Schlagzeilen geriet Küblböck etwa auch, als er 2004 am Steuer eines Autos einem Lastwagen die Vorfahrt nahm und dabei schwer verletzt wurde. Küblböck, der damals noch keinen Führerschein hatte, wurde in einem Prozess zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro und acht Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt.

Im gleichen Jahr trat er erneut bei der ersten Staffel des Dschungelcamps ("Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!") ins Rampenlicht und belegte den dritten Platz nach Costa Cordalis und Lisa Fitz. 2005 folgte eine Teilnahme bei der damaligen Ausgabe von "Big Brother". Sein Honorar investierte er laut eigenen Angaben in ein Solarfeld bei Passau, das ihn zum Millionär machte. "Es gibt in Deutschland viele Haushalte, die Küblböck-Ökostrom beziehen", sagte er im Jahr 2011 der "Berliner Zeitung".

2014 bewarb er sich vergeblich mit dem Lied "Be A Man" um die Teilnahme am Eurovision Song Contest in Kopenhagen. Zuletzt nahm er 2015 als Kandidat an der achten Staffel der RTL-Show "Let's Dance" teil, bei der er zusammen mit Otlile Mabuse den sechsten Platz belegte. Er machte eine Schauspielausbildung am Europäischen Theaterinstitut in Berlin und lebte zuletzt in der deutschen Hauptstadt und in Palma de Mallorca.

Daniel Kübelböck: Casting-Kasperl und Ökostrom-König

(APA/dpa)

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