New Yorker Gericht wies einen Anklagepunkt im Fall Weinstein zurück

Der 66-Jährige muss sich nur noch in fünf Anklagepunkten wegen mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen Frauen verantworten.

(c) APA/AFP/GETTY IMAGES/STEPHANIE KEITH (STEPHANIE KEITH)

Ein US-Gericht hat im Missbrauchsverfahren gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein einen von sechs Anklagepunkten zurückgewiesen. Der Vorwurf, wonach der 66-Jährige eine Frau im Jahr 2004 zum Oralsex gezwungen habe, wird fallengelassen, wie der Richter in New York am Donnerstag entschied.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft akzeptiert, dass der Anklagepunkt aufgrund von Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Zeugin gestrichen wird. Mehrere US-Medien berichteten, dass sich das mutmaßliche Opfer nach eigener Aussage freiwillig mit Weinstein eingelassen habe, um eine Rolle zu ergattern.

Der ehemalige Filmproduzent bleibt wegen fünf Fällen mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen Frauen in den Jahren 2004, 2006 und 2013 angeklagt. Ihm wird unter anderem Vergewaltigung vorgeworfen. Weinstein, der sämtliche Anschuldigungen zurückweist, verfolgte die Anhörung in Manhattan am Donnerstag im Gerichtssaal. Der 66-Jährige ist derzeit gegen Kaution auf freiem Fuß.

Harvey Weinstein: Diese Frauen klagen an

Anwalt verlangt Einstellung des Verfahrens

Weinsteins Anwalt Ben Brafman forderte erneut die Niederschlagung der gesamten Anklage. "Wenn einer der Hauptvorwürfe in dieser Anklage auf einer Falschaussage basiert, ist das eine sehr große und wichtige Entwicklung", sagte Brafman zu Journalisten. Der Fall sei nicht mehr aufrechtzuerhalten. Er werde im November entsprechende Anträge einbringen.

Bereits im August hatte Brafman die Einstellung des Verfahrens verlangt. Er legte damals E-Mails vor, die belegen sollen, dass der Sex zwischen dem Filmproduzenten und einer Frau, die ihn der Vergewaltigung beschuldigt, einvernehmlich war.

Die ersten Vorwürfe sexueller Übergriffe und Gewalt gegen Weinstein waren vor einem Jahr laut geworden. Seither warfen ihm mehr als hundert Frauen derartige Taten vor, darunter Stars wie Salma Hayek, Angelina Jolie und Gwyneth Paltrow. Der Hashtag #MeToo wurde in diesem Zusammenhang zum Sammelruf für den Kampf gegen sexuelle Gewalt.

 

(APA/AFP)

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