Schönborn bittet Keszler um Hilfe

Kardinal Christoph Schönborn und Gery Keszlers Verein Life+ laden zum Jedermann im Stephansdom.

Kardinal Christoph Schönborn und Gery Keszler
Kardinal Christoph Schönborn und Gery Keszler
Kardinal Christoph Schönborn und Gery Keszler (Archivbild) – APA/HERBERT PFARRHOFER

Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember sorgt für ungewöhnliche Allianzen: Ein Jahr nach dem Gedenkgottesdienst für die Opfer von HIV/Aids treffen nun katholische Kirche und der Verein Life+ im Stephansdom erneut aufeinander.

Am Vorabend des Welt-Aids-Tages laden Kardinal Christoph Schönborn, der Prokurator des Malteser-Ritter-Ordens Österreich Norbert Salburg-Falkenstein und Gery Keszler, Obmann des Vereins Life+, zu einer einmaligen Benefizvorstellung des „Jedermann (reloaded)“ mit Philipp Hochmair in den Dom. Die Veranstaltung wird zugunsten des Brotherhood of Blessed Gérard Malteser-Aids-Hospizes in der südafrikanischen Region KwaZulu-Natal veranstaltet. Mit den Einnahmen soll die medizinische Versorgung von 673 Patienten als Überbrückung für einen Monat (93 Euro pro Patienten pro Monat) gesichert werden.

„Uns erreichte über Kardinal Christoph Schönborn ein Hilferuf von Pater Gerhard Lagleder. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten droht der Nachschub an lebenswichtigen HIV-Medikamenten für die dort versorgten 673 Patienten zu versiegen. Eine Unterbrechung der antiretroviralen Therapie würde letztlich zum Ausbruch von Aids führen und wäre so ein Todesurteil für die Menschen in diesem bitterarmen Landstrich. Ein Umstand, den wir nicht hinnehmen wollen“, sagt Gery Keszler.


Der Jedermann als passende Allegorie. Die Idee, den Jedermann vom Salzburger Domplatz in den Wiener Stephansdom zu holen, war naheliegend, denn das Spiel vom Sterben des reichen Mannes als Allegorie passt zum Leitspruch und zur christlichen Mission des Aids-Hospizes von Pater Gerhard Lagleder: Das Leid in der Welt geringer und das Elend der Menschen erträglicher zu machen. Pater Gerhard Lagleder ist in einer der vom HI-Virus meistbetroffenen Regionen der Welt tätig, in der Armut, Unterernährung, Immunschwäche und eine hohe Ansteckungsrate vorherrschen. Er hat sich vor allem der Hilfe für von HIV betroffene Kinder und Waisen, sowie für Sterbende im Malteser-Hospiz angenommen.

Auch Philipp Hochmair, für seinen Jedermann-Einsprung bei den Salzburger Festspielen vom Publikum umjubelt, zeigte sich begeistert von der Idee und dem Zweck hinter der Aufführung. „Ein Generikum kostet drei Euro pro Person und Tag, 93 Euro im Monat. Das heißt jeder Einzelne kann mit dem Kauf eines Tickets einem Menschen das Überleben sichern. Das ist die direkte Übersetzung von Hofmannsthals Stück und das wunderbarste aller Geschenke,“ so Hochmair.

Benefiz

Jedermann im Dom ist eine einmalige Benefizaufführung am 30. November.

Karten gibt es via Ö-Ticket. Der Preis einer Sitzplatzkarte Kategorie 1 (93 Euro) sichert die Versorgung einer Person im Hospiz für einen Monat. Günstigere Tickets ab 9,30 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.10.2018)

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