„Fauner Consulting“: Erste Online-TV-Serie

Mit „Fauner Consulting“ startet Dienstag Abend eine prominent besetzte österreichische Comedyserie, die ausschließlich online zu sehen ist. Auf bestimmte Seherzahl will sich Regisseur Weissgram nicht festlegen.

(c) Fauner Consulting

Alles begann mit einer Absage. Und dann noch einer, gefolgt von einer weiteren. Irgendwann hatte Georg Weissgram, bislang auf dem Terrain der Musikvideoproduktion einschlägig bekannt, genug vom Desinteresse diverser Fernsehsender und Produktionsfirmen an seinen Film- und TV-Ideen. Schrieb noch eine Serie, eine, die fast ohne teure Außendrehs auskommt, und wollte es diesmal wissen.
Gemeinsam mit dem Schauspieler Manuel Rubey hat Weissgram soeben die zehnteilige melancholische Comedyserie „Fauner Consulting“ produziert und abgedreht, deren erste Folge ab heute, Dienstag, zu sehen ist. Und zwar – und hier betreten die Herren zumindest in Österreich Neuland – ausschließlich im Internet. „Vom Gefühl her ist es aber wie eine Fernsehserie“, sagt Weissgram, generell will man sich den bewährten TV-Gepflogenheiten nicht entziehen: Jeweils dienstags – „ein klassischer Fernsehserientag“ – wird eine neue Folge ins Internet gestellt, pünktlich zur etablierten Hauptabendprogrammszeit um 20.15 Uhr. Ab dann ist die Folge jederzeit und gratis im Web (www.fauner-consulting.at) zu sehen.
Als Vorbild für die Geschichte um den schrägen Lebensberater François Fauner dient „ganz großgoschert“, wie Koproduzent und Hauptdarsteller Rubey sagt, die Comedy-Ware von Ricky Gervais („Extras“, „The Office“). Wenn man auch deutlich weniger Budget zur Verfügung hatte. Investiert wurde nur in Requisiten und die Verpflegung am Set. „Mehr“, sagt Weissgram, „ging nicht.“ Obwohl man keine Gagen zahlen konnte, war das Interesse seiner Schauspielerkollegen, an dem Internetexperiment teilzunehmen, groß, erzählt Rubey. „Wir haben sogar einige abgelehnt.“ Die Liste der Darsteller liest sich durchaus prominent: Die zweite große Rolle, Fauners Vermieter, wurde mit Matthias Franz Stein besetzt, Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt mit Serienerfahrung („Tatort“, „Schnell ermittelt“). Simon Schwarz spielt ebenso mit wie Gerrit Jansen, der am Burgtheater engagiert ist, oder Marion Mitterhammer. Hinter der Kamera standen die bei der heurigen Diagonale prämierte Leena Koppe und Robert Oberrainer.

Gedreht wurde fast ausschließlich in einer „melancholischen“ (Rubey) Altbauwohnung im ersten Wiener Bezirk, deren Einrichtung seit 40 Jahren, vielleicht noch länger, nicht verändert wurde. Weil neben dem Geld auch die Zeit knapp war, wurde für jede Episode (die etwa 15 Minuten dauert) nur ein Drehtag angesetzt. Eigentlich „ein Himmelfahrtskommando“, so Rubey, trotzdem sei sich alles ausgegangen. Es solle aber nicht der Eindruck entstehen, sagt der 32-Jährige, dass man so einfach nebenbei eine Fernsehserie ohne Geld produzieren könne. „Das alles war nur mit großer Selbstausbeutung möglich. Das wird es nur ein einziges Mal geben.“
Auf eine bestimmte Seherzahl seiner Internetserie will sich Regisseur Weissgram nicht festlegen. „Wir haben die Freiheit, niemandem verpflichtet zu sein und keine Erwartungen erfüllen zu müssen.“ Außer natürlich die eigenen: Rubey, der zuletzt als Giovanni Sforza in der Historienserie „Die Borgias“ ein Millionenpublikum erreicht hat, hofft, dass „Fauner Consulting“ auch in der Szene wahrgenommen wird. Als ein „charmantes Bewerbungsschreiben einer jungen Generation, die gegenüber TV-Sendern das Recht einfordert, arbeiten zu dürfen“.

Auf einen Blick

Heute, Dienstag, startet die zehnteilige Comedyserie „Fauner Consulting“ – und zwar ausschließlich im Internet: Auf www.fauner-consulting.at wird jeden Dienstag um 20.15 Uhr eine neue Folge onlinegestellt, die danach jederzeit (und kostenlos) verfügbar ist. Georg Weissgram ist für Regie und Drehbuch der Serie um den Lebensberater François Fauner verantwortlich. Manuel Rubey spielt die Hauptrolle, weitere Darsteller sind u. a. Matthias Franz Stein, Simon Schwarz und Marion Mitterhammer.

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