Prinz Philip geht in Pension: Ein Leben im Schatten

Seine Rolle als Prinzgemahl nimmt er gerne selbst auf die Schippe, noch vor drei Monaten witzelte Philip bei der Einweihung einer neuen Tribüne im Londoner Cricketstadion, er sei der "erfahrenste Gedenktafel-Enthüller der Welt". Und doch unterschätzt niemand seine Bedeutung als Stütze seiner Frau, Königin Elizabeth II., und ihrer Familie. Die Stütze der Royals wird Prinz Philip bleiben, nur mit seinen Repräsentationspflichten ist jetzt Schluss: Am 2. August nimmt der 96-Jährige seinen letzten offiziellen Termin wahr.

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Vor seinem "Pensionsantritt" wird Prinz Philip eine Militärparade im Buckingham-Palast zum Abschluss einer Spendenaktion der Royal Marines abnehmen. Der Herzog von Edinburgh war selbst einmal Marineoffizier, musste seine Karriere aber an den Nagel hängen, als seine Frau nach dem Tod ihres Vaters George VI. am 6. Februar 1952 Königin wurde. Als Nachfolger seines Schwiegervaters ist Prinz Philip seit Juni 1953 Captain General der Royal Marines.

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Vor der Hochzeit mit Queen Elizabeth II. musste er seinerzeit allerdings noch seinen Namen ablegen, um die deutschen Wurzeln zu verschleiern. Bei öffentlichen Auftritten tritt er seitdem hinter seine Gattin. Nach 70 Jahren an der Seite der Queen will sich der royale Ehemann, der am 10. Juni 96 Jahre alt wurde, im Herbst aus der Öffentlichkeit zurückziehen.

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Prinz Philip gilt als kauzig, seine Bemerkungen sind mitunter politisch unkorrekt. Viele verbale Ausrutscher werden ihm nachgesagt.

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"Wie schaffen Sie es, die Eingeborenen lange genug vom Alkohol fernzuhalten, damit sie die Prüfung schaffen?", soll er 1995 einen Fahrlehrer in Schottland laut BBC gefragt haben. Die Medien ergötzen sich an solchen Sprüchen.

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Insider behaupten aber, Philip sage so etwas stets mit einem Augenzwinkern. Außerdem helfe es, die steife Atmosphäre am Hof aufzulockern.

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Der Prinz aus dem verarmten griechischen Königshaus war 18, Prinzessin Elizabeth, die britische Thronfolgerin, fünf Jahre jünger, als sie sich zum ersten Mal begegneten. Er Marine-Kadett, groß gewachsen, fesch, blond und blauäugig. Sie war das, was man damals einen "Backfisch" nannte - nicht mehr Mädchen, noch nicht Frau.

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Es soll Liebe auf den ersten Blick gewesen sein. "Wie toll er ist, wie hoch er springen kann" schwärmte sie, als der Jüngling auf dem Tennisplatz über das Netz hüpfte.

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Der Tag, der Philips Leben veränderte, war der 20. November 1947. Er war 26, die Thronfolgerin Elizabeth 21, als sie in Westminster Abbey vor den Traualtar traten. "Seit 1947 führt er nur das Leben, das er führt, weil er die Frau geheiratet hat, die er geheiratet hat", schrieb sein Biograf Gyles Brandreth.

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Nette Geste des eigenwilligen Bräutigams: Am Morgen der Hochzeit ließ er den vor dem Hof wartenden Fotografen heißen Tee bringen. Weiteres entscheidendes Datum: Die Krönung Elizabeths 1953 - heute ist Prinz Philip der dienstälteste Ehepartner eines britischen Monarchen in der Geschichte.

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Der Aufstieg bei den Royals war Philip nicht in die Wiege gelegt. Als Prinz von Griechenland und Dänemark und Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg wurde er 1921 auf Korfu geboren.

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Vater war Prinz Andreas von Griechenland, die Mutter - sie war von Geburt an taub - Prinzessin Alice von Battenberg. In Philips verzweigtem Stammbaum wimmelt es von Deutschen.

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Nach dem Militärputsch 1922 ging die Familie aus Griechenland ins Exil nach Paris. Der Vater kümmerte sich nicht sehr um die Familie, die Mutter (hier im Bild) bekam einen Nervenzusammenbruch, litt an religiösen Wahnvorstellungen und ging später ins Kloster. Jahrelang sah er seine Eltern so gut wie nicht.

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Er wurde von Verwandten zu Verwandten gereicht. Zeitweilig besuchte er die Eliteschule Salem in Süddeutschland und sprach gut Deutsch. Vor allem aber prägte ihn die harte Erziehung an britischen Schulen.

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Vor der Hochzeit musste er seine Nationalität aufgeben und seinen Namen ablegen. Aus Battenberg wurde Mountbatten. Dafür bekam er neue Titel zugesprochen: Herzog von Edinburgh etwa und "His Royal Highness" - Seine Königliche Hoheit.

 

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Im Zweiten Weltkrieg war der Prinz bei der britischen Marine im Einsatz. Er soll schneidig ausgesehen haben in seiner Uniform. Nach der Krönung musste er seinen Job trotzdem aufgeben. Auch das fiel ihm nicht leicht. 

 

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"Ehrlich gesagt, ich wäre lieber in der Marine geblieben", soll er laut Queen-Autorin Karen Dolby 1992 in einer dunklen Stunde gesagt haben.

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Die Ehe von Philip und Elizabeth gilt als vorbildlich. Insider berichten, die Queen strahle immer noch, wenn er den Raum betritt. "Sie wird sanfter, entspannter und fröhlicher." Auch wird die Königin nicht müde zu sagen, Philip sei die größte Stütze in ihrem Leben. Zu Hause habe der Prinz das Sagen. "Die Königin hat die Krone auf, aber der Prinz hat die Hosen an", sagen Höflinge.

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Wenig originell war Philips Freizeitgestaltung. In jüngeren Jahren waren Polo, Segeln sowie Pferdekutschenrennen und Fliegen angesagt - was viele Männer tun, die kein Geld verdienen müssen. Außerdem hat er eine ansehnliche Bibliothek und engagiert sich für Umweltschutz.

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Seit Jahren hat der Prinzgemahl gesundheitliche Probleme wie sie alte Leute haben. Einmal ist es die Bandscheibe, dann wieder die Blase.

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Erst jüngst musste der Ex-Marineoffizier ausgerechnet die Teilnahme an der Gedenkfeier zur Skagerrakschlacht im Ersten Weltkrieg absagen. Doch der Buckingham Palace gab Entwarnung: Beim Besuch des deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck sei er wieder dabei gewesen.

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Am 4. Mai 2017 gibt der Buckingham Palace in London dann offiziell bekannt: Der Duke von Edinburgh werde ab Herbst von allen öffentlichen Verpflichtungen zurücktreten. Er habe sich entschieden, dann keine öffentlichen Termine mehr wahrzunehmen. Seine Frau (91) unterstütze die Entscheidung, hieß es in der Erklärung. 

REUTERS/Leon Neal/Pool/File Photo
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