Emanuele Filiberto: Der Prinz als Modeschöpfer

Der Savoyen-Spross startet eine Zweit-Karriere. Er präsentiert seine Herrenkollektion "Prinz von Italien".

EPA (Claudio Onorati)
Der Enkel des letzten italienischen Königs Umberto II., Prinz Emanuele Filiberto von Savoyen geht unter die Modeschöpfer. Der 36 Jahre alte Spross des italienischen Königshauses, der erst 2003 nach jahrzehntelangem Exil wieder nach Italien einreisen durfte, steigt in die Modebranche mit einer Herrenkollektion ein, die am bei der prestigereichen Modeschau Pitti in Florenz vorgestellt wird.

"Prinz von Italien" heißt die Marke, die Vittorio Emanuele mit dem italienischen Designer Raimondo Ciofani entworfen hat. Logo der Modemarke ist das rote Schild mit weißem Kreuz des Savoyen-Hauses. Die Herrenkollektionen wurden im sportlich-eleganten Stil entworfen. Sie sind für junge Männer, die Eleganz lieben, sagte der Prinz. Stoffe bester Qualität wurden für die Kollektion verwendet.

Der Banker, der mit der französischen Schauspielerin Clotilde Coureau verheiratet ist, mit der er zwei Töchter hat, ist in Italien aktiv. Vor den italienischen Parlamentswahlen im April hatte er eine eigene Wahlliste "Valori e futuro" (Werte und Zukunft) im Wahlkreis der Auslandsitaliener gegründet, um einen Sitz in der Abgeordnetenkammer zu erhalten. Er kam jedoch auf lediglich 4.457 Stimmen und verfehlte somit den ersehnten Sprung ist Parlament.

Emanuele Filiberto hatte erst 2003 mit seinem Vater, Prinz Vittorio Emanuele von Savoyen, nach Italien reisen dürfen, nachdem die Königsfamilie 57 Jahre lang verbannt war. Erst im November 2002 hatte das Parlament den Verfassungsartikel aufgehoben, der den männlichen Erben des vormaligen Königshauses die Rückkehr nach Italien untersagte. Seither hat Emanuele Filiberto das Land mehrfach besucht.

Die ehemalige Königsfamilie ist in Italien unbeliebt. Prinz Vittorio Emanuele von Savoyen war im Juni 2006 im Zuge einer Untersuchung wegen Korruption und Förderung von Prostitution verhaftet worden. Die Savoyen-Familie hatte vor wenigen Monaten vom italienischen Staat 260 Millionen Euro Entschädigung für die Jahre des Exils verlangt, was heftige Reaktionen ausgelöst hatte. Im Februar hatte die Königsfamilie auf die Entschädigungsforderung schließlich verzichtet.
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