Wohlfühl-Happenings im Grätzel

Am 4. Juni finden in Wien kleine Wellness-Festivals statt. Mirjam Mieschendahl will damit Selbstständige und Nachbarn zusammenbringen.

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www.imgraetzl.at – Screenshot

Was braucht ein Wohnbezirk, damit er zum Grätzel wird? Leute, die man kennt, Geschäfte oder Lokale, in denen man sich trifft. Lang wurde das Grätzelsterben beklagt, Einkaufsstraßen, die aussterben, und so weiter. Die Initiative Imgrätzl.at will dem seit einigen Monaten etwas entgegensetzen, nun unter anderem mit der Initiative Feel good im Grätzl: Am Samstag finden in sechs Wiener Bezirken (siehe Infobox) sogenannte Wohlfühl-Happenings statt: In den Locations, jeweils drinnen und draußen, bieten Selbstständige aus der Wohlfühlbranche Mitmach-Aktionen, Schnuppereinheiten oder Gratis-Beratung an. Das Angebot reicht von Massagen, Yoga, Sport und Kreativem über einen Zirkus-Workshop für Kinder bis zu Naturkosmetik- und Frisurberatung. In Summe sind rund 150 Klein- und Einzelunternehmer dabei, die sich so den Leuten aus der Nachbarschaft vorstellen wollen.

Hinter der Aktion steht Mirjam Mieschendahl mit ihrem Team. Sie ist schon länger in der Stadtteilarbeit aktiv. Vorigen Juni hat sie im Stuwerviertel etwa die Pop-up-Messe veranstaltet, bei der sich Kreative auf dem Vorgartenmarkt präsentiert haben. Nach der Messe und durch die Grätzel-Plattform entstand die Idee zum Feel-good-Event. „Die Leute aus der im weitesten Sinn Gesundheits-, Bewegungs-, Persönlichkeitsentwicklungs- und Wellnessbranche sind gekommen und haben gefragt, ob wir so etwas nicht auch einmal für sie machen können“, sagt Mieschendahl, die ihre Grätzelarbeit nebenbei betreibt und im Brotberuf Digitalstrategien entwickelt.

Schließlich hätten Designer und Kreative alle möglichen Plattformen und Messen, für Einzelunternehmer der Wellnessbranche fehlen sie – genauso wie, in den meisten Fällen, das Geld für Werbeaktionen. Entstanden sind Veranstaltungen, die nun aber mehr ein „Festival der Herzlichkeit“ als eine Verkaufsmesse sein sollen.

Im zweiten Bezirk zum Beispiel, im Magdas Hotel, gibt es Programm von Shiatsu unterm Baum im Garten, Gruppenfitness bis zu Eltern- und Schlafberatung und Kosmetikbehandlungen zum Ausprobieren. Mieschendahl will so den Kleinunternehmern in den Grätzeln die Möglichkeit geben, sich den Nachbarn zu präsentieren. Finanziert wird das Ganze durch einen kleinen Beitrag dieser Unternehmer, auch läuft eine Crowdfunding-Kampagne, um die (bisher ehrenamtliche) Arbeit des Teams zu finanzieren – damit diese Arbeit weitergehen kann.

Als Nächstes kommen Lern-Events

Schließlich ist Mieschendahl erst vorigen Herbst mit ihrer Plattform Imgrätzl.at gestartet – einer Website, für die ganz Wien in Grätzel unterteilt wurde, auf der man sich eintragen kann und dann einen Newsletter über die Neuigkeiten in der eigenen Umgebung erhält – oder, auf der sich die Selbstständigen der Nachbarschaft in in einer Art virtuellem Schaufenster vorstellen können. Und auch mit den Happenings soll es weitergehen: Als Nächstes ist etwa eines geplant, bei dem es um das Lernen geht, und bei dem Grätzelbewohner diverse Lehrer in ihrer Nähe – von Nachhilfe- bis zu Musiklehrern – kennenlernen sollen.

DIE HAPPENINGS

Am Samstag, den 4. Juni, finden von 14 bis 20 Uhr in sechs Bezirken Feel-good-im-Grätzl-Events (jeweils drinnen und draußen) statt: Im zweiten Bezirk im Magdas Hotel, im Neunten im Albert-Schweitzer-Haus, im Achten in der Piaristenpfarre Maria Treu, im Sechsten in der Hofgemeinschaft Mariahilfer Straße 115, im 20. im Flansch:werk und im 18. im Lindenhof. Das Programm – von Massagen, Kreativem, Personal Training, Kosmetikberatung bis zum Kinderprogramm – ist (bis auf Kulinarisches, das von den Gastronomen der Grätzel kommt) frei. Info: www.imgraetzl.at

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.05.2016)

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