Mailand verbietet Tattoos und Piercings

Eine Stadt spielt Papa. Bis zu 500 Euro werden Tattoo-Studios ab sofort in der italienischen Modemetropole Mailand verrechnet, wenn sie Minderjährige stechen. Ohrläppchen gehen in Ordnung.

Symbolbild
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Mailand verbietet Minderjährigen Tattoos und Piercings – AP (Joel Ryan)

Die Modehauptstadt Mailand startet einen Feldzug gegen Tattoos und Piercings. 500 Euro Strafe müssen Tattoo-Studios künftig zahlen, wenn sie die Haut von Minderjährigen dekorieren, beschloss der Mailänder Stadtrat. Die Gemeinde überlegt, die Strafe auch jene Jugendlichen zahlen zu lassen, die sich trotz des Verbots tätowieren und piercen lassen. Nur die Ohrläppchen dürfen weiterhin durchstochen werden, hieß es.

Mangelnde Hygiene sei bei Piercings und Tätowierungen die Hauptursache für gefährliche Infektionen wie Hepatitis und HIV. "Familien und Jugendliche müssen über die Gefahren informiert sein, die mit Tätowierungen und Piercing verbunden sind", sagte das Mailänder Stadtratmitglied Giovanni Terzi nach Medienangaben vom Samstag. Piercing müsse als "chirurgischer Eingriff" bewertet werden.

Tattoos: Vom Ritual zum Stacheldraht

Beim Piercing wird die Haut mit einer Hohlnadel oder einem Bolzenschussgerät durchstochen, so dass Schmuck in den Stichkanal eingesetzt werden kann. Medizinern zufolge reichen die möglichen Komplikationen von Narben bis zu Nervenschäden und Infektionen mit Funktionsstörungen. Auch schwere allergische Reaktionen auf das verwendete Material seien möglich.

(APA)

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