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Sind die türkischen Strände wirklich menschenleer?

Halb Österreich befindet sich dieser Tage im Urlaub.

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(c) imago/robertharding

Gefühlt acht von zehn Facebook-Fotos zeigen Strände aus Griechenland, Spanien und der Türkei. Über letzteres Land sind in den sozialen Medien immer wieder interessante Diskussionen zu beobachten. Viele Freunde aus Österreich berichten nämlich in Orten wie Antalya, Bodrum und ?eşme von durchgängig ausgebuchten Hotels und vollen Stränden. Und von Zimmerpreisen, die alles andere als Schnäppchen sind. Gleichzeitig posten sie verärgert Medienberichte aus Österreich und Deutschland, in denen von bis zu 60-prozentigen Buchungsrückgängen die Rede ist – untermauert mit Fotos von menschenleeren Stränden und verwaisten Pools. Was stimmt denn nun?

Selbstverständlich ist an beidem etwas dran. Die Medienberichte sind für Menschen, die nicht wissen, wie Medien funktionieren, durchaus irreführend. Aufnahmen von leeren Stränden und Interviews mit verzweifelten Hoteliers würde man auch auf Mallorca finden, wenn man danach sucht. Aber es braucht eben diese Fotos, um solche Nachrichten zu präsentieren. Missverständlich sind auch Angaben wie „eine Woche All-inclusive-Urlaub in der Türkei ab 250 Euro“. Natürlich wird es Hotels mit derartigen Angeboten geben, aber sicher nicht in den hochwertigen Resorts der Topdestinationen. In Hotspots wie Antalya, Bodrum und Marmaris rollt der Rubel nach wie vor. Das war auch vergangenes Jahr so. Andere Regionen wiederum wie Alanya, Side, Belek und Manavgat sind teilweise wie ausgestorben. Weniger attraktive Regionen also, in die früher Urlauber ausgewichen sind, weil sie günstiger oder die beliebteren Orte ausgebucht waren. Dort gibt es tatsächlich eine veritable Tourismuskrise, viele Hotels mussten sogar zusperren.

Die Wahrheit liegt also irgendwo in der Mitte. Auf Zahlen allein sollte man sich ebenso wenig verlassen wie ausschließlich auf einseitige Erzählungen und Fotos von Urlaubern bzw. Touristikern. Die Kombination aus beidem ist aufschlussreich. Schönen Urlaub.

E-Mails an: koeksal.baltaci@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2017)

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