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Laufen(d) lernen

„Gelernt ist gelernt“: Der Spruch aus dem Volksmund trifft auch auf die meisten Sportarten zu.

Unter www.lauftechnik.at gibt es Infos zu den Kursen.
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Unter www.lauftechnik.at gibt es Infos zu den Kursen.
Unter www.lauftechnik.at gibt es Infos zu den Kursen. – (c) Wundsam

Es hat gedauert, bis ich die ersten Schwünge in den Schnee zog und den ersten Ball übers Netz schoss. Nur beim Laufen schien das anders. Laufen kann man einfach. Das dachte ich zumindest – bis ich mich kürzlich einem Lauftechnikcheck unterzogen habe.

Seit ich unter den Augen von Lauftrainer Peter Wundsam ein paar Meter auf und ab gejoggt bin, weiß ich, dass es auch beim Laufen noch einiges zu lernen gibt – und zwar nicht nur für mich. „Zwei Millionen Österreicher laufen, aber 1,99 Millionen wissen nicht, worauf sie achten sollen“, sagt Wundsam. Ich weiß nun ein bisschen mehr. Bei mir hapert es am Armschwung. Ich bewege meine Arme zu wenig. Einer der häufigsten Fehler. Der Armschwung ist der Taktgeber und sollte eigentlich für den natürlichen Ausgleich des durch die Beine verursachten Drehmoments sorgen. Tut er das nicht, werden Schulter oder Knie verdreht und das kann langfristig schmerzhaft werden. Idealerweise sollten die Arme im rechten Winkel und neben dem Körper geschwungen werden. Und zwar gerade. Das klappt laut Coach am Besten, wenn man sich vorstellt, in einer engen italienischen Gasse zu laufen. Auch der Beinschwung ist entscheidend. Es sollte ein ziehender Schritt ähnlich wie beim Tretrollerfahren sein. Mit welchem Teil des Fußes (Ballen, Mittelfuß oder Ferse) man auftritt, ist laut Wundsam egal. Das sei ohnehin von der Laufgeschwindigkeit abhängig. Generell soll man sich beim Laufen „groß machen“. Dazu hilft es, sich vorzustellen, dass man von einer am Kopf befestigten Schnur nach oben gezogen wird. Das erhöht die Körperspannung. So lässt sich ein anderer häufiger Fehler, nämlich die Vorlage des Oberkörpers, vermeiden.

So weit zur Theorie. Die Umsetzung in der Praxis ist, das habe ich schon gemerkt, nicht einfach. Veränderungen sollen laut Experten allerdings sowieso nicht zu schnell erfolgen. Die alten Bewegungsmuster müssen ob des Verletzungsrisikos langsam adaptiert werden. Es heißt also im doppelten Sinne: Laufen(d) lernen.

E-Mails an: julia.neuhauser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.09.2017)

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