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Einmal im Büro abhängen

Kollegen und ich durften während der Arbeitszeit einfach im Büro abhängen.

Eine „Presse“-Kollegin testet den „Spine Mover“.
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Eine „Presse“-Kollegin testet den „Spine Mover“.
Eine „Presse“-Kollegin testet den „Spine Mover“. – (c) Die Presse (Clemens Fabry)

Die Hände liegen auf der Computer-Tastatur, die Schultern hängen nach vorne und der Rücken ist gekrümmt: In dieser wenig vorteilhaften Position tippe ich gerade diese Zeilen. Dass meine Schreibtischhaltung nicht gerade die beste ist, bestätigen nicht nur die mahnenden Worte der vorbeigehenden Kollegen, sondern auch die immer wiederkehrenden Rückenschmerzen.

Für die Schreibtischarbeiter, deren Bewegungsapparat zum Sitzapparat umfunktioniert wurde, gab es zuletzt betriebsinternes Haltungsturnen. Kollegen und ich durften also während der Arbeitszeit einfach im Büro abhängen. Konkret auf einem Gerät namens „Spine Mover“, also frei übersetzt einem „Wirbelsäulen Beweger“. Das Konzept dahinter ist einfach erklärt: Während die Alltagsbewegungen meist nach vorne ausgerichtet sind, trainiert man mit dem Gerät die Rückwärtsbewegung. So sollen Gelenke, Bandscheiben und somit der ganze Körper wieder in die ursprüngliche Haltung zurückgebracht werden. Etwa mit jener Übung, bei der man vor dem Gerät kniet, das Gesäß auf den schwarzen gepolsterten Balken legt und den Rücken zurückstreckt. Das soll gut für die durch das Sitzen vernachlässigte Hüftbeugemuskulatur sein. Ich empfand es als Herausforderung für meine Lendenwirbelsäule. Da spießte es ordentlich. Etwas leichter fiel mir die Übung, bei der man sich stehend an den Polster lehnt und den Oberkörper nach hinten biegt. Dadurch soll die Atemmuskulatur gelockert werden. Auch für die Bein- und Gesäßmuskulatur hatten die Trainer, die angesichts der Europäischen Woche des Sports vorbeischauten, Übungen parat.

Lediglich fünf bis sieben Minuten brauche man für das gesamte Training. Laut Experten lasse sich das auch während der Arbeitszeit machen. Dafür müssten sich die Mitarbeiter nicht einmal umziehen. Man komme ohnehin nicht ins Schwitzen. Das kann ich so nicht ganz bestätigen. Vielleicht schickte ich deshalb eine nette Kollegin für das Foto vor und konzentrierte mich lieber aufs Tippen dieser Zeilen. Nach dem Training mache ich das nun hoffentlich mit aufrechterem Rücken. Darauf haben mich die Kollegen allerdings noch nicht angesprochen.

E-Mails an: julia.neuhauser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2017)

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