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Leistungsgruppen am Gletscher

Die Nervosität war schon im Vorfeld groß. Es sollte für mich auf eine Pressereise „für Mutige und Ausdauernde“ gehen, wie es in der Ausschreibung hieß.

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THEMENBILD: SKIFAHREN – APA/BARBARA GINDL

Für diese Skitour am Pitztaler Gletscher müsse man schwindelfrei sein, sicher am Ski stehen und Ausdauer haben. Das erzählten mir Kollegen vor der Abfahrt nach Tirol und sorgten damit bei mir, als Skifahrwiedereinsteigerin mit Tendenz zur Höhenangst, für erstes Nervenflattern.

Am Gletscher angekommen, erfolgte die Einteilung in drei Leistungsgruppen von Anfänger bis zu Fortgeschrittenen. Die Selbsteinschätzung ist gar nicht so einfach. Denn gut skizufahren ist (genauso wie schlecht skizufahren) Definitionssache. Ist man ein geübter Skifahrer, wenn man, wie ich, jede Piste, egal, wie steil sie ist, irgendwie ohne Sturz bewältigt? Im Vergleich zu zittrigen Pflugfahrern schon. Gemessen an furchtlosen Tiefschnee-Freeridern freilich nicht.

Und ab wann ist man ein schlechter Skifahrer? Im Vergleich zu den Profis fühlt man sich bei den ersten zögerlichen Schwüngen im Tiefschnee so. Gemessen an Anfängern schöpft man Hoffnung. Für mich sollte es nach all diesen Überlegungen die mittlere Leistungsgruppe werden.

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Die drei Gruppen haben sich im neu eröffneten Dynafit Skitourenpark am Pitztaler Gletscher auf die blau markierte Kogelroute (440 Höhenmeter), die rote Fernerroute (ebenso 440 Höhenmeter) sowie auf die schwarze Cappuccino-Route (620 Höhenmeter) begeben. Die Aufstiegsspuren sind beschildert und so für Skitoureneinsteiger ideal (Infos unter: pitztaler-gletscher.at). Die eigens angelegten Aufstiegsspuren verlaufen meist in Pistennähe und damit im gesicherten Skiraum. So kann man auch als ortsunkundiger Skitourengeher im Tiefschnee aufsteigen, ohne sich einer Lawinen- oder Dolinengefahr auszusetzen. Später kann neben oder auf der Piste abgefahren werden. Das ist für Skitourengeher aller Leistungsgruppen zu schaffen. Dafür muss man zwar ausdauernd, aber nicht besonders mutig sein.

E-Mails an: julia.neuhauser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.12.2017)

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