Sport-Club

Ein demotivierender Neujahrsvorsatz

Die Begeisterung, sich zum Jahreswechsel mehr Sport zu verordnen, sinkt. Verständlicherweise.

Laufen im Schnee.
Laufen im Schnee.
Laufen im Schnee. – (c) Bilderbox

Statistisch ist es eine ganz klare Sache: Da insbesondere Frauen, Personen zwischen 16 und 59 Jahren und Menschen mit mittlerer bis höherer Bildung dazu neigen, sich einen Neujahrsvorsatz zu nehmen, gehöre ich in gleich dreierlei Hinsicht zur besonders gefährdeten Gruppe. Tatsächlich konnte ich der Versuchung in den Tagen vor Jahreswechsel erneut nicht widerstehen.

Es sollte wie bei 41 Prozent aller Neujahrsvorsatzfreunde der Klassiker „mehr Bewegung, mehr Sport“ werden. Wobei die Begeisterung dafür bei den Österreichern im Vergleich zum Vorjahr nachgelassen hat. Der Wert ist heuer um drei Prozentpunkte gesunken. Verständlicherweise. Denn ein Neujahrsvorsatz kann, wie ich in den vergangenen Tagen erfahren musste, auch demotivierend sein.

Genauso selbstverständlich wie der Drang, einen solchen zu fassen, hat mich kurz vor Silvester auch Halsweh (begleitet von heftigem Husten) überkommen. Der Neujahrsvorsatz wurde damit nicht nur am ersten Tag des Jahres, sondern auch an allen seither folgenden gebrochen. Das ist – trotz gesundheitlicher Entschuldigung – alles andere als ein gutes Gefühl. Die ansonsten mit den Vorsätzen verbundene Hoffnung auf einen Neustart, die zumindest über einen gewissen Zeitraum für zusätzlich Motivation und Durchhaltevermögen sorgt, ist weg. Ob der Enttäuschung hat sie sich sogar ins Gegenteil, in eine gewisse Resignation, verkehrt. Das Sportjahr scheint nach nicht einmal zwei Wochen gelaufen zu sein.

Faktisch mag das Unsinn sein. Gefühlt ist es das allerdings nicht. Denn der Jahreswechsel ist psychologisch eine besondere Zäsur. Statistisch übrigens auch. Zu dem Drittel, das die eigenen Vorsätze im Schnitt auch tatsächlich erfüllt, werde ich in der nächsten Neujahrsstatistik nicht gehören.

E-Mails an: julia.neuhauser@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2018)

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