Kolumne zum Tag

Danke dir sehr viel! Du bist willkommen!

Nothing for ungood, aber warum muss man Kegel einpacken, wenn man mit Kindern wegfährt?

Mit Kind und Kegel - oder so.
Mit Kind und Kegel - oder so.
Mit Kind und Kegel - oder so. – Erich Kocina

Nobody can reach me the water, behaupten Kollegen, wenn es darum geht, schlechte Übersetzungen englischer Redewendungen in den Alltagsgebrauch zu integrieren. Manche werden gar foxdevilswild dabei und behaupten, I had not all cups in the cupboard. Nothing for ungood, but Life ist halt einmal no sugarlicking. Bevor Sie jetzt allerdings only trainstation understand, scratch I better the curve, bevor wieder jemand the offended Liversausage spielt. Man will ja niemandem on the cookie go. Und abgesehen davon lässt sich das Spiel auch umgekehrt aufziehen. Sieh dich später, Alligator, zum Beispiel. Danke dir sehr viel! Du bist willkommen! Das schmerzverzerrte Gesicht der Kollegen ist es wert. Oder ist das nicht ihre Tasse Tee?

Manchmal scheitert es aber schon daran, dass man bei Redewendungen in der eigenen Sprache gar nicht weiß, warum man sie so verwendet und woher sie kommen. Mit Kind und Kegel, zum Beispiel. Oder wissen Sie, warum man einen in einer Spitze auslaufenden geometrischen Körper mit einer Kreisscheibe als Basis gemeinsam mit dem Spross zum Aufbruch einpacken soll? Nun, um wieder in den Erklärbärmodus zu kommen, das kommt von einer weiteren Bedeutung, die Kegel früher hatte – nämlich als Bezeichnung für ein uneheliches Kind. Woher dieser Begriff kommt, ist nicht ganz klar – möglicherweise vom mittelhochdeutschen Kegel als Knüppel oder Stock, das ähnlich wie Bengel (Stock, Prügel) geringschätzig für ein Kind eingesetzt wurde. Übrigens ist die englische Entsprechung von Kind und Kegel nicht with kid and cone (höhö), sondern with kith and kin (echt jetzt!). Wobei kith für Freund oder Bekannter steht, während kin im weitesten Sinn die Familie bezeichnet. Statt Kind und Kegel packt man dann halt Freunde und Familie zusammen. Again what learned, hm? That makes me nobody so fast after.

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2018)

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