Bei Alienerziehenden wird mir ganz warum ums Herz

Schon gewusst: Der Kreißaal ist ein lebendgebärender Fisch aus dem Reich der Verschreiber.

Symbolbild
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Symbolbild – (c) REUTERS (Stringer Shanghai)

Fehler sind die eigentliche Quelle der Kreativität. Ein schlampig dahingeschriebenes Wort kann die Inspiration für ein ganzes Epos sein. Und schon lesen wir statt einer (zweifellos wichtigen) Geschichte über eine Mutter, die ihr Kind ohne Partner erzieht, einen Kurzroman über Menschen, die kleine Außerirdische mit der Milchflasche großziehen, sie irgendwann in die Schule schicken und ihnen bei den Problemen der Pubertät beistehen. Titel der Reihe: Die Alienerziehenden. Wird Ihnen da nicht auch ganz warum ums Herz? Keine Frage. So wie auch beim Fall des Mathematikers, der plötzlich mit einem Olgarithmus rechnen musste. Oder wenn man sich beim Gang durch die Geburtsabteilung eines Spitals plötzlich vor einem lebendgebärenden Fisch wähnt – dem Kreißaal. Aber mancher Verschreiber lässt sich sogar zu einem hübschen Spiel verarbeiten – was etwa bleibt übrig, wenn aus einem Dreieck ein Ei fällt? (Wenn Sie empört ausrufen: „So ein Dreck!“ dann haben Sie damit recht.) In eine ähnliche Kategorie der Sprachspielerei, wenn auch nicht ganz sortenrein, passt auch die Frage, welche Pflanze zwei G hat – nun, es ist der Baum, er hat schließlich Zweige.


Spielen lässt sich aber auch mit Begriffen, die wie ein Name klingen. Pezzi di Ricambio, zum Beispiel, ist mitnichten Innenverteidiger bei Juventus Turin, sondern bezeichnet im Italienischen Ersatzteile. Sollte sich jemand bei Ihnen als Didi Madloba vorstellen, seien Sie lieber skeptisch – denn Didi Madloba bedeutet auf Georgisch vielen Dank. Apropos Georgien, der ehemalige Präsident, Michail Saakaschwili, lässt sich auch als ein Wiener Original missverstehen. Sie wissen schon, der Saakasch Willi. Und wenn wir schon in Wien sind – die Lebenseinstellung in der Stadt lässt sich mit dem Namen eines Franzosen recht gut ausdrücken: Jean Mamoi. Verstanden? Na, dann schauen wir mal . . .

E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com

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