The Sound of Christmas

Es muss nicht immer alles gleich bleiben. Aber schön kann es schon sein, wenn es ähnlich klingt.

Diese Band hat es immer schon gegeben, im Sinn des persönlichen Immer, also seit dem Moment, in dem Musik etwas wurde, was dem Leben einen schnelleren Herzschlag gab. Alle paar Jahre bringen sie ein neues Album heraus, und schon nach wenigen Takten weiß man, dass sie es sind. Sie sind unverwechselbar.

Sie klingen immer gleich, sagen manche. Das kann ein Vorwurf sein, aber auch ein Kompliment. Denn das, was man mag, darf gern so bleiben, wie es ist. An diesem Anspruch von Fans können Musiker verzweifeln, die sich verändern wollen und für den Ausbruch aus der Vergangenheit mit Liebesentzug bestraft werden. Manche nehmen ihre Vergangenheit mit auf die Reise.

Wie kann man gern im Gleichen verharren? Das fällt einem ein, als man ungewollt in eine Diskussion über das richtige Rezept für Vanillekipferln stolpert. Die Haselnussfraktion verhakt sich gerade in die Mandelfraktion, und es geht eigentlich gar nicht mehr darum, wer recht hat, sondern dass die Weihnachtsbäckerei genauso schmecken muss, wie sie zu schmecken hat, und das ist für jeden so, wie es immer war. Wenn die Erinnerung eine gute ist.

Das Bewahrende und das Revolutionäre sind rund um Weihnachten in einem Dauerwettstreit. Das Ritual ist wichtig – weil es immer schön so war, weil auch weiterlebt, was nicht mehr ist, weil es Halt gibt und Sicherheit, weil klar ist, welcher Schritt auf den anderen folgt. Zuerst das Glöckchen, dann die Wunderkerzen, dann das Lied. Wenn Erwartungen und Freude und Schmerz, auch wegen der Menschen, die nicht mehr da sind, zusammentreffen, ist es gut, einem Drehbuch folgen zu können.

Dennoch darf es ein wenig umgeschrieben werden. Es geht um den Sound. Ganz so wie bei der Musik.

E-Mails an: friederike.leibl-buerger@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.12.2018)

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