Waldheim im Weltraum

Wenn es im All noch intelligentes Leben gibt, welche Stimme der Erde werden sie als Erstes vernehmen?

(c) Dpa/Werner Walter Archiv (Werner Walter Archiv)

Noch nicht ganz entschieden ist die Frage, ob wir allein auf der Welt sind. Also auf dieser, der Erde, schon. Aber es soll ja noch andere Planeten innerhalb und außerhalb unseres Sonnensystems geben. Irgendwo da draußen, mittlerweile außerhalb des uns bekannten Sonnensystems, kreisen gerade die Weltraumsonden „Voyager 1“ und „Voyager 2“ umher, die von den USA in den Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts losgeschickt wurden.

Wenn es also da draußen irgendwo noch intelligentes Leben gibt, dann sind diese zwei Sonden unsere Außenposten, die den grünen, gelben oder roten Männchen und Frauchen eine kleine Vorstellung darüber geben könnten, was sich auf der Erde so tut – beziehungsweise vor zig Jahren getan hat.

Dem Buch „Der Mensch – eine Karriere“ von Deutschlands publizistischer Stilkoryphäe Wolf Schneider verdanken wir den Hinweis, dass den beiden Voyagers eine Bildplatte mit Fotos von irdischen Landschaften und Menschen mitgegeben wurde und zudem auch noch ein kleiner menschlicher Best-of-Soundtrack von Mozart bis Chuck Berry.

Und nicht nur das, sondern – und jetzt kommt's – auch eine Grußbotschaft des, wenn man so will, höchsten Repräsentanten des Erdenreichs: des Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Und wer war damals, als die Voyagers losgeschickt wurden, UN-Generalsekretär? Richtig, Kurt Waldheim!

Und das ist dann schon keine schlechte Pointe. Der erste Mensch also, von dem die Kollegen dort weit draußen im All hören werden (sofern sie auf die Voyagers stoßen), ist ausgerechnet Kurt Waldheim.

Der Mann, der (fast) niemals reiste. Beziehungsweise: es nicht durfte.

E-Mails an: oliver.pink@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.08.2011)

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