Island: Kalte Lava und heiße Hummersuppe

Feuerinsel

Island ist die größte Vulkaninsel der Erde, dementsprechend viele schwarze Strände ziehen sich die Küsten entlang. Bevor man seine Zehen aber in den dunklen Belag bohren kann, lernt man wahrscheinlich die Hauptstadt nahe des Flughafens von Keflavík kennen.


Bilder: Philipp Splechtna, Text: Sabine Hottowy

(c) Philipp Splechtna

Humarsúpa

Ist der Magen leer, empfiehlt sich der nahe gelegene alte Hafen von Reykjavik, dort findet man einen erbaulichen Zufluchtsort. Im "Sægreifinn", der kleinen Fischbude des Seebären Kjartan Halldórsson, gibt es die "Heimsins besta humarsúpa", also die "weltbeste Hummersuppe". Serviert wird die cremige Tasse mit Baguette und Butter, der Geschmack wird dem geneigten Esser die ganze Reise nicht von der Zunge gehen.(c) Philipp Splechtna

Harpa

Danach bietet sich ein Besuch in Reykjaviks neuem Konzerthaus an. Es ist nicht nur ein Zentrum der schönen Töne, oder der Erholung für eilige Touristen, es ist ein Bau mit hohem Symbolwert. Die Harpa war die einzige Großbaustelle Islands, an dessen Fertigstellung die Regierung auch nach dem Finanzcrash von 2008 festhielt. Im Inneren der "Harfe" treffen sich die Kontraste der Insel wieder, die Fassade wurde von dem Künstler Ólafur Elíasson gestaltet und spielt in der Dämmerung alle Farben.(c) Philipp Splechtna

Heiße Quellen

Während das Thermalfreibad Blaue Lagune eine touristische Hauptattraktion ist, werden andere heiße Quellen nicht im Sinne der Badekultur, sondern im Sinne der Wirtschaft genutzt. Die günstige Geothermie der Insel, erlaubt einen fast verschwenderischen Umgang mit Erdwärme, so werden manche Gehsteige in Reykjavík und Akureyri im Winter beheizt.(c) Philipp Splechtna

Gletschereis

Feuer und Eis. Etwa elf Prozent der Landesoberfläche sind von Gletschereis bedeckt. Unter praktisch allen Gletschern befinden sich Vulkane. Der letzte große Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr 2010 setzte den Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas außer Betrieb und füllte die Zeitungen von da bis Texas. Die Isländer selbst nehmen das Temperament ihrer Insel gelassen.(c) Philipp Splechtna

Lagune

Diese Gletscherlagune liegt in der Nähe der Ringstraße Nummer 1, etwa 370 km östlich von Reykjavik und zählt zu den größten Naturwundern Islands. Wer lange genug in die Eisskulpturen stiert, entdeckt vielleicht eine Robbe.(c) Philipp Splechtna

Wassersturz

Zu den Top drei in der Kategorie Wasserfall zählen Gullfoss (das "goldene" Fotomotiv, 32 Meter tief, drei Stunden von Reykjavik entfernt), Dettifoss (der populärste Wasserfall, 44 Meter tief und vom Sand des Jökulsá á Fjöllum grau gefärbt) und dieser hier: Skógafoss (60 Meter tief, inklusive Liegewiese und Treppchen zum Erklimmen).(c) Philipp Splechtna

Dettifoss

Der graue Wasserfall im Nordosten. Dettifoss ist der leistungsstärkste Wasserfall Europas. Wer sich traut, kann ihm sehr nahe kommen.(c) Philipp Splechtna

Fontäne

Apropos nass gespritzt. Im Gemeindegebiet von Bláskógabyggð lassen sich die sprudelnden Geysire beobachten. Der Große Geysir und Namenspatron für die Fontänen stellte seine Aktivität für viele Jahre ein. Seit einem Erdbeben im Jahr 2000 bricht er wieder unregelmäßig aus. Seine Rekordhöhe liegt bei 122 Metern.Philipp Splechtna

Wale

Während sich Vogelkundler der Suche nach dem Papageitaucher widmen und fotografierend in den Steilküsten hängen, setzen sich Freunde der See auf eines der vielen Walbeobachtungs-Boote und schippern zweieinhalb Stunden im Nordatlantik herum. Zwischenzeitlich wird man hoffentlich mehr als nur die Schwanzflosse der gigantischen Meeressäuger sehen.(c) Philipp Splechtna

Fischprodukte machen 76 Prozent der Exporte Islands aus. Bedeutende Häfen sind Akureyri, Grundartangi, Hafnarfjörður, Hornafjörður, Reykjavík und Seyðisfjörður. Das Land ist deutlich vom Fischfang abhängig. Der Tourismus bildet den zweitgrößten Wirtschaftszweig.(c) Philipp Splechtna

Islandpferd

Eine weitere Attraktion der stillen Insel sind ihre Vierbeiner. Das robuste Islandpferd trifft man überall. Neben Schritt, Trab und Galopp hat diese Rasse den erschütterungsfreien Tölt genetisch fixiert. Für den Reiter ist das ganz angenehm und für die Tiere nötig, damit sie im unwegsamen Gelände nicht über die eigenen Hufe stolpern, sagt man.(c) Philipp Splechtna

Islandschaf

Sind die griechischen Straßen mit Ziegen geschmückt, mischt sich auf der Vulkaninsel öfter mal ein Schaf in den Straßenverkehr. Den 320.000 Einwohnern Islands stehen ungefähr 500.000 Islandschafe gegenüber.(c) Philipp Splechtna

Küche

Aufgrund des rauen Klimas verwertet die isländische Küche traditionell alles Essbare. Ein paar Delikatessen im Schnelldurchlauf: gekochte Schafsköpfe (svið), fermentierter Hai (hákarl), in Molke eingelegte Hammelhoden (súrsaðir hrútspungar). Weniger Mut braucht man für isländischen Stockfisch. Das Odeur seiner Entstehung wirkt aber nahezu bewusstseinserweiternd - man sollte schauen, dass man weiterkommt, bevor das Delirium einsetzt.(c) Philipp Splechtna

Mitternachtssonne

In ganz Island sind die Sommermonate hell. Im Juli geht die Sonne gegen 3 Uhr morgens auf und gegen Mitternacht wieder unter. Im späten Herbst und frühen Winter kann man die berühmten Nordlichter beobachten.(c) Philipp Splechtna
Kommentar zu Artikel:

Island: Kalte Lava und heiße Hummersuppe

Schließen

Sie sind zur Zeit nicht angemeldet.
Um auf DiePresse.com kommentieren zu können, müssen Sie sich anmelden ›.