Historische Aktien unter dem Hammer

Sie hat schon Tradition - die Auktion historischer Wertpapiere in der Vorweihnachtszeit. Heuer findet sie als Fernauktion statt.

(c) historical-shares.at

Am 7. Dezember, rechtzeitig vor Weihnachten, findet auch heuer wieder eine Auktion historischer Wertpapiere statt. Solche Papiere haben nur noch Sammlerwert, dieser kann aber beträchtlich sein. So wird etwa das Los Nr. 40 - ein Gründerpapier der Arbeiterbank AG, der heutigen Bawag - bei der Fernauktion, die die Handelsgesellschaft für Historische Wertpapiere veranstaltet, um stolze 900 Euro ausgerufen.

Möglicherweise billiger zu haben ist beispielsweise ein Jugendstilpapier der Oesterreichischen Volksbank, das mit 250 Euro ausgerufen wird. Als „dekorativ“ wird es vom Veranstalter angepriesen – und die Optik ist tatsächlich eines der Kriterien, auf die es bei historischen Papieren ankommt. Weitere sind Seltenheit, Erhaltungszustand, künstlerischer Wert und historischer Kontext, für den einzelnen Sammler können auch die jeweilige Branche und persönliche Interessengebiete eine entscheidende Rolle spielen. So sammeln manche zum Beispiel nur Aktien von Autofirmen oder Eisenbahnpapiere, auch sie können bei der aktuellen Veranstaltung fündig werden. Stichwort Eisenbahnpapiere: In diese Kategorie fällt ein besonders teures Stück, eine Aktie von "Kaiser Ferdinands Nordbahn" mit einem Rufpreis von 2500 Euro.

Teure Stücke und Schnäppchen

Wobei es nicht immer nur die Sammler selbst sind, die bei solchen Auktionen zuschlagen und für Raritäten mitunter auch hohe Summen zahlen. Historische Papiere werden auch gern als Geschenk gekauft. Und es werden gezielt auch Schnäppchenjäger angesprochen, die eine Auswahl von Papieren zu Rufpreisen ab einem Euro vorfinden.

Aber wie kommt es zu solchen Preisunterschieden? Wieviel tatsächlich für ein solches Papier geboten wird, ist letztlich Glückssache – wie bei allen Sammelthemen geht es letztlich um einen Liebhaberwert. Gewisse objektive Kriterien haben sich aber in Sammlerkreisen herausgebildet. So gibt es für den Erhaltungszustand allgemein anerkannte Kategorien: NC (uncirculated) steht für ausgabefrisch, EF ("extremely fine") weist auf leichte Gebrauchsspuren hin, etwa kleine Faltspuren oder Flecken. Bei VF ("very fine") kann es zum Beispiel minimale Einrisse geben, F ("fine") bedeutet noch stärkere Gebrauchsspuren, aber ein unbeschädigtes Druckbild.

Bei den Auktionen in Wien werden diese Kategorien mit I bis IV bezeichnet. V gibt es auch noch, das steht für sehr starke Umlaufspuren bis hin zu einem beschädigten Rand oder eingerissenen Ecken. Als Deko-Objekt, das gerahmt in einem Büro hängen soll, können sich auch solche Papiere eignen, besondere Wertsteigerungen darf man sich davon aber nicht erwarten. Freilich sollte man auch sonst nicht darauf setzen – es handelt sich, wie gesagt, um ein Sammelthema und nicht wirklich um eine Geldanlage.

Bei der aktuellen Auktion kann noch bis zum 7. Dezember um 14 Uhr geboten werden - auch telefonisch, per Fax oder Mail. Nähere Infos: www.historical-shares.at  (cka)

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