Wie die Generation Y die Märkte prägt

Die heute 25- bis 35-Jährigen legen ein anderes Konsumverhalten an den Tag. Das wirkt sich auch auf die Unternehmen aus.

The Wall Street Bull a statue designed by Arturo Di Modica which sits in Bowling Green in the New
The Wall Street Bull a statue designed by Arturo Di Modica which sits in Bowling Green in the New
Wall Street Bulle – (c) imago/All Canada Photos (imago stock&people)

Wien. Sie zählen in den USA rund 90 Millionen Menschen, gehören altersmäßig der Gruppe der 25- bis 35-Jährigen an und verfügen über erhebliche Kaufkraft. Diverse Studien haben sich bislang mit den Millennials – auch als Generation Y bekannt – auseinandergesetzt und sind zu interessanten Ergebnissen gekommen: Dazu gehört etwa, dass diese Gruppe – anders als frühere Generationen – in ihren Konsumgewohnheiten besonders viel Wert auf Qualität legt und ihr Geld eher für Freizeiterlebnisse als für materielle Güter ausgibt.

„Wir glauben, dass das Konsumverhalten der Millennials für eine Reihe von Unternehmen ein wichtiger struktureller Wachstumstreiber ist bzw. sein wird“, sagt Craig Bonthron, Fondsmanager bei der britischen Fondsgesellschaft Kames Capital. Er verweist darauf, dass die Generation Y allein in den USA aufgrund ihres Umfangs und ihrer Kaufkraft die größte in der Geschichte des Landes sei – und damit auch die Nachkriegsgeneration der Babyboomer in den Schatten stellt.

 

Weg von verpackten Lebensmitteln

Das Konsumverhalten der Millennials ist jedenfalls ein Thema, das in dem von Bonthron gemanagten Kames Global Sustainable Equity Fund eine Rolle spielt – auch wenn der Experte betont, dass er und sein Ko-Manager Neil Goddin zu jenen Fondsmanagern zählen, die sich die einzelnen Unternehmen ansehen und sich dementsprechend auf attraktive Bewertungen und starke Geschäftsmodelle konzentrieren. „Allerdings schauen wir auch auf strukturelle Wachstumstreiber, von denen einige zyklischer und andere eher defensiver Natur sein können“, so Bonthron. Als aktuelle und künftige Nutznießer des Konsumverhaltens der Millennials hat man bei Kames Capital Unternehmen wie Ingredion und Kerry identifiziert. Beide würden diverse Lebensmittelhersteller beliefern und diesen ermöglichen, Produkte herzustellen, die neuen Verbrauchertrends entsprechen. „Millennials tendieren weg von traditionellen verpackten Lebensmitteln, die mit künstlichen Zutaten versehen sind, hin zu frischen, biologischen und gesunden Alternativen“, so Bonthron. Der US-Bodenbelaghersteller Mohawk sollte wiederum davon profitieren, dass die Millennials Familien gründen und aus den Städten in Häuser an der Peripherie ziehen.

 

Megatrends kann jeder erkennen

Auch beim DNB-Technology-Aktienfonds spielen Themen und Trends eine Rolle. Diese auszumachen, sei Privatanlegern durchaus zuzumuten, wie Mike Judith, Executive Director DNB Asset Management, erklärt. „Wir versuchen im Rahmen unserer Gespräche mit Investoren immer wieder hervorzuheben, dass das Erkennen von Trends kein Problem darstellt bzw. keine besondere Expertise voraussetzt – sie sind schließlich in aller Munde.“ Bekanntlich sind die Zeitungen voll von Themen wie der Ausbreitung des Internets, des Internets der Dinge oder der Datenwolke. „Schwieriger ist es, jene Unternehmen zu identifizieren, die innerhalb eines Megatrends am besten positioniert sind, um davon zu profitieren“, so Judith. Dafür schaue man sich beispielsweise die jeweilige Wertschöpfungskette, die Performance des Managements und dessen Vergütung, aber auch das Vorliegen von Skalenvorteilen an.

Eine wichtige Rolle im Portfolio spielt derzeit laut Judith Onlinewerbung. „Obwohl das meiste Geld noch immer im analogen Bereich ausgegeben wird, kann Online-Werbung heute schon viel effizienter und zielgerichteter platziert werden“, so der Experte. Man sehe hier noch viel Potenzial für Unternehmen wie Google und Facebook.

Geholfen hat der Performance des DNB Technology zuletzt auch der Spielebereich – Nintendo sei Dank. „Weitere Themen, die wir versuchen zu spielen, sind Online-Reiseagenturen und das autonome Fahren – auch wenn wir außerhalb der Halbleiterindustrie kaum investierbare Kandidaten sehen“, so Judith. [ iStockphoto]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2016)

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