Indexfonds: Die Strategien der Staatsfonds günstig klonen

Auf der Suche nach Renditen veranlagen Staatsfonds immer öfter in alternative Investments, etwa Immobilien oder Private Equity. Darauf können auch Anleger mit einschlägigen Indexfonds günstig setzen.

(c) APA/AFP/KAZUHIRO NOGI

Wien. Es sind Entscheidungen, bei denen es um Millionensummen geht. Allein im Vorjahr kaufte etwa der chinesische Staatsfonds China Investment Corporation um knapp 14 Milliarden Dollar Logicor, die europäische Lagerhaustochter des US-Finanzinvestors Blackstone. Und das ist nur eines von vielen Beispielen. Staatsinvestoren verfügen über jede Menge Geld, das sorgfältig verwaltet werden muss.

Wie die Großanleger dabei vorgehen, das hat sich der US-amerikanische Vermögensverwalter Invesco in der jährlichen Sovereign-Asset-Management-Studie nun zum sechsten Mal angesehen. Befragt wurden 126 eigenständige Staatsfonds, öffentliche Pensionskassen sowie Zentralbanken und staatliche Ministerien mit einem Gesamtvermögen von insgesamt rund 17 Billionen Dollar.

Wenig verwundern dürfte die Tatsache, dass Aktien längst Anleihen als wichtigste Anlageklasse verdrängt haben. Während die Aktienmärkte trotz zahlreicher Turbulenzen weiter zulegen, ist am Rentenmarkt kaum etwas zu verdienen. Dabei schlüsselt die Invesco-Studie das ein wenig näher auf: So ist die durchschnittliche Aktienquote der Staatsinvestoren auf zuletzt 33 Prozent angestiegen, wobei zunehmend auf passive Anlagestrategien zugegriffen wurde.

Zu den passiven Strategien zählen ETFs (Exchange Traded Funds). Sie bilden lediglich einen Index ab, ohne dass Fondsmanager aktive – und teils kostspielige – Investmententscheidungen treffen. Die höhere Aktienquote hat sich bislang jedenfalls ausgezahlt, allein 2017 wurde eine durchschnittliche Rendite von 8,7 Prozent erzielt.

Doch das ist nicht alles, wie die Studie aufzeigt. Ein weiterer Trend hat sich ebenso herauskristallisiert: In den vergangenen fünf Jahren hat sich die durchschnittliche Allokation in alternativen Anlagen verdoppelt und im vergangenen Jahr mit 20 Prozent einen neuen Höchststand erreicht. An erster Stelle stehen darin Immobilienanlagen sowie Private Equity. Zuletzt waren auch Infrastrukturanlagen zunehmend gefragt.

Der Reiz an diesen Anlagen ist freilich ein Investment abseits der Börse. Bei Private Equity etwa wird privaten Unternehmen Kapital zur Verfügung gestellt, die damit zum Beispiel restrukturieren oder expandieren wollen. Dabei gibt es eigene Private-Equity-Fonds, die sich laufend auf die Suche nach neuen Kandidaten machen, denen sie privates Kapital zur Verfügung stellen können.

 

Mit kleinen Summen einsteigen

Das nötige Geld erhalten sie wiederum von Großanlegern wie etwa Staatsfonds. Im Gegenzug dafür müssen Großanleger bereit sein, ihr Geld auf viele Jahre an einen Private-Equity-Fonds zu binden und hohe Summen oftmals von mehreren Millionen Euro zu investieren.

Für Kleinanleger ist diese Hürde meist zu hoch. Es gibt aber eine Möglichkeit, mit kleinen Summen einzusteigen. Denn einige Private-Equity-Gesellschaften sind an der Börse notiert, weshalb im englischen Fachjargon dann die Rede von Listed Private Equity, kurz LPX, ist. Dazu zählen Firmen wie Blackstone, 3I Group, KKR und Rocket Internet. Anleger können aber auch auf einen Korb an diesen börsenotierten Private-Equity-Gesellschaften mit dem LPX Private Equity Swap UCITS ETF von Xtrackers (LU0322250712) setzen. Der Indexfonds bildet die Wertentwicklung von 25 Titeln ab, zu denen die vier genannten Gesellschaften zählen.

Auch im Bereich der Infrastruktur gibt es für Kleinanleger die Möglichkeit, günstig breit gestreut zu investieren, etwa mit dem iShares Global Infrastructure UCITS ETF (IE00B1FZS467). Der Indexfonds investiert in 225 Aktien, etwa in Union Pacific, Nextera Energy und Canadian National Railway. Bei beiden Investments sollten interessierte Anleger sowohl das Kurs- als auch das Währungsrisiko beachten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2018)

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