AK: "Geldabheben mit Kreditkarte kommt sehr teuer"

Überdies drohen bei Ratenzahlungen Zinsen bis zu 14 Prozent. Bargeld soll mit der Bankomatkarte abgehoben werden, raten die Konsumentenschützer.

Kreditkarte
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Kreditkarte – (c) Bruckberger

Die Arbeiterkammer (AK) hat am Mittwoch auf die diversen Spesen beim Zahlen mit Plastikgeld hingewiesen. Die Konsumenten zahlten nicht nur eine Jahresgebühr, sondern auch Zusatzgebühren und Spesen. So etwa für die Monatsabrechnung per Post, Spesen beim Geld abheben oder bei Umsätzen in Nicht-Euro-Ländern.

Überdies zahlten die Kunden hohe Zinsen, wenn sie ihre Kreditkartenabrechnung in Raten abstottern - 12,5 bis 14 Prozent pro Jahr. Diese Zinssätze sind laut AK-Analyse seit Jahren gleich hoch - und das trotz Niedrigzinsen am Geldmarkt und am Kapitalmarkt.

"Mit der Kreditkarte kommt Geld abheben sehr teuer - egal, wo Sie sind, es fallen immer Spesen an", unterstreichen die AK-Konsumentenschützer in ihrer heutigen Aussendung. Im Euro-Raum und somit auch im Inland seien drei Prozent, mindestens aber 2,50 bis 4 Euro zu zahlen.

Bis zu fünf Prozent außerhalb der Eurozone

Außerhalb des Euro-Raums kommt zu den drei Prozent noch zusätzlich eine Manipulationsgebühr dazu, die bis zu zwei Prozent ausmachen kann. In Nicht-Euro-Ländern betragen beim Zahlen die Gebühren 1,5 bis 2 Prozent. Wer im Euro-Raum einkaufen geht, zahlt keine Spesen.

Die AK rät zu Bargeldabhebungen mit Bankomatkarte. Mit der Maestrokarte fahren die Konsumenten günstiger: In Euro-Ländern gibt es beim Zahlen und Geldabheben keine Spesen. Es kann eventuell eine Zeilengebühr beim Girokonto anfallen, je nach Girokontomodell. In Nicht-Euro-Ländern fallen bei der Bargeldabhebung Spesen von 0,75 Prozent zuzüglich 1,82 Euro an, beim Einkaufen 0,75 Prozent zuzüglich 1,09 Euro.

Prepaidkarten als Alternative

Card Complete und PayLife haben auch sogenannte Prepaid-Karten mit keiner oder nur einer geringen Kartengebühr. Die Karte muss mit einem Guthaben aufgeladen werden, dabei können sich Spesen bis zu einem Prozent vom aufgeladenen Betrag ergeben.

Vorsorglich heben die AK-Konsumentenschützer bereits den Finger, was die EU-Pläne für die neuen Interbanken-Sätze beim Kartenzahlen betrifft: "Sollten die sogenannten Interbankgebühren für die Kreditkartenfirmen gedeckelt werden, dürfen dafür nicht die Konsumenten zum Handkuss kommen und zahlen." Die AK pocht hier auf mehr Transparenz. Denn Interbankgebühren blieben Bankomat- und Kreditkarten-Besitzern verborgen: Sie werden zwischen Händlern, Banken und Kreditkartenfirmen für die Abwicklung von Zahlungsvorgängen verrechnet.

Die AK hat im Mai und Juni die Konditionen von vier Kreditkartenfirmen geprüft: American Express, Card Complete (Visa und MasterCard), Diners Club und PayLife (Visa und MasterCard). Alle vier bieten Karten mit und ohne Versicherungsschutz an. Kreditkarten ohne Versicherungsschutz sind laut AK ab einer Jahresgebühr von 18,17 Euro zu haben. Je nach Karte und Nutzung der Karte kann der Versicherungsschutz allerdings unterschiedlich sein.

(APA)

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