Blattlinie

Deadline-Junkies

Wir lernten zuletzt viel über Deadline-Junkies und in dieser Ausgabe, wer im Arbeitsleben warum seinen „Arsch nicht hochkriegt“.

Und, fühlen Sie sich auch schon datensicherer? Die vergangene Woche war nicht nur, aber gerade für uns Journalisten aufmunternd bis aufschlussreich. So viele E-Mails auf einmal mit der Aufforderung „Bleiben wir in Kontakt“ bekommt unsereins selten. Außerdem wissen wir dank der Datenschutzgrundverordnung, die zwar schon seit zwei Jahren gilt, aber erst seit Freitag rechtlich bindend ist, wie viele Deadline-Junkies es gibt. Die Last-Minute-Mails in der Nacht auf Freitag waren entlarvend. Und dann gibt es die, denen alles egal ist. Die Webseiten von US-Zeitungen wie der „LA Times“ oder der „New York Daily News“ sind für Europäer unerreichbar, weil die Firmen es nicht der Mühe wert fanden, sich rechtzeitig um die Einhaltung der neuen Datenschutzstandards zu kümmern. Egal, die Amerikaner wünschten uns dennoch: „Happy GDPR-Day!“ Wir sind dann mal gespannt, ob auch wirklich jedes Kleinunternehmen unsere E-Mail-Adresse aus dem Verteiler gelöscht hat. Und ob der unermüdliche österreichische Jurist Max Schrems jetzt mehr Chancen hat, die ganz Großen wie Facebook, Google und Co. an europäische Datenschutzstandards heranzuführen.

Und nun zum, garantiert DSGVO-freien, Inhalt dieser Ausgabe: Gerhard Hofer und Judith Hecht haben unsere Titelgeschichte über eine Generation ohne Ambition verfasst. Hecht sprach mit der deutschen Professorin Evi Hartmann über ihr Buch „Ihr kriegt den Arsch nicht hoch“, in dem sie einen Zug zu Bequemlichkeit und Mittelmaß in der heutigen Arbeitswelt beobachtet, und zwar nicht nur bei Jungen unter 35. Samir H. Köck nimmt uns mit auf eine Wienerlied-Tour. Und Eva Winroither hat sich das unter Jugendlichen so beliebte, unter Eltern so gefürchtete Computerspiel „Fortnite“ angesehen und versteht jetzt eine Spur besser, wieso es so zieht.

anna.wallner@diepresse.com

www.diepresse.com/ausderredaktion

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.05.2018)

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