Deutsche Glaskugelpolitik

Das Warten auf die neue CDU-Chefin, AKK, und Disney-Nostalgie.

Eine kleine Glaskugel mit dem Berliner Reichstag steht verlassen auf einem Schreibtisch in der Außenpolitik. Stellt man sie auf den Kopf, regnet es Schneeflocken auf das deutsche Parlamentsgebäude. Ein Souvenir, dem man sonst kaum Beachtung schenken würde. Am Freitag aber, nach ewigen Livestream-Stunden vom Parteitag der CDU, die eine neue Spitze wählte, war sie plötzlich das perfekte Spielzeug, um die Zeit totzuschlagen und den Reichstag hüpfen zu lassen. Der Tag war vor allem für die Kollegen aus der Außenpolitik, Ressortchef Christian Ultsch, Berlin-Kenner Jürgen Streihammer und Korrespondentin Iris Bonavidavor Ort beim Parteitag, lang. Dankenswerterweise gab es doch noch kurz vor Blattschluss ein Ergebnis und mit Annegret Kramp-Karrenbauer, oder AKK, eine neue CDU-Chefin. Mehr dazu haben Sie hoffentlich schon im Leitartikel auf Seite 1 gelesen, Details zum Parteitag liefern wir auf den Seiten 4 und 5.

Eine Schneekugel lässt Menschen wie mich auch an „Mary Poppins“ denken: konkret an die Szene im Originalfilm, in der sich Julie Andrews an das Bett der Geschwister Jane und Michael Banks setzt und in einer Schneekugel jene alte Dame zeigt, die jeden Tag vor der Londoner St Paul's Cathedral die Vögel füttert. Ich habe den Film zwischen sechs und elf Jahren ohne Übertreibung 450Mal gesehen. Dem Remake, das kurz vor Weihnachten in die Kinos kommt, sehe ich demnach mehr als skeptisch entgegen. Ich bezweifle, dass die Fortsetzung auch nur irgendwie an das Original von 1964 herankommen kann. Mit Sicherheit wird der Film aber ein paar Acht- bis Zehnjährige neu begeistern. Disney weiß, was es tut, und bringt in den kommenden Monaten so viele seiner alten Klassiker zurück ins Kino wie noch nie. Wir erklären die Strategie dahinter. Wie sich die neue Mary Poppins, Emily Blunt, schlägt, verraten wir dann nächste Woche, rechtzeitig zum Kinostart. Schönes zweites Adventwochenende!

anna.wallner@diepresse.com

diepresse.com/ausderredaktion

("Die Presse", Print-Ausgabe, 08.12.2018)

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