Kunst auf Papier

Sammler haben den Charme und die Spontanität von Zeichnungen entdeckt. Diese Woche eröffnete in London die neue Messe Draw Art Fair.

Arbeiten auf Papier sind eine Einstiegsdroge für Künstler wie für Sammler. Der Ursprung vieler wichtiger Gemälde ist die Skizze. Es ist ein intimes und schnelles Medium, wo Ideen vom Künstler spontan umgesetzt werden. Monet zeichnete auf Briefkuverts, Van Gogh auf Notizzetteln und Picasso und Warhol auf Servietten in Restaurants. Für viele Sammler ist die erste Arbeit, die sie gekauft haben, eine Arbeit auf Papier. Das liegt auch daran, dass ohne großen finanziellen Aufwand Kunstinteressierte Werke aus den verschiedensten Perioden auch großer Künstler erwerben können. Lange hatten Zeichnungen auf dem Markt nicht die große Bedeutung, die sie eigentlich verdienen. Doch seit rund zehn Jahren steigen die Nachfrage und damit auch die Preise. Zwar sind Papierarbeiten nach wie vor deutlich günstiger als Gemälde, aber einzelne Werke schaffen es dennoch in die Millionenliga. So erzielte zuletzt Sotheby's im Jänner für eine Zeichnung von Peter Paul Rubens in New York 8,2 Millionen Dollar.

Spezialmessen. Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass eine Sparte an Popularität gewinnt, sind neue Messen. Eine lange Tradition im Markt für Zeichnungen hat Frankreich. So gehört auch die Pariser Messe Salon du Dessin, gegründet 1991, zu den ältesten Messen. Der Salon reicht von der Spätgotik bis in die Gegenwart. Seit 13 Jahren gibt es ebenfalls in Paris Drawing Now, die führende Messe für zeitgenössische Zeichnung. In den letzten Jahren sind im zeitgenössischen Segment einige neue Messen für Papierarbeiten aus dem Boden geschossen, darunter Art on Paper in Brüssel und New York und Paper Positions in Basel, Berlin und München.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.05.2019)

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