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Jetzt schmeißen wir (es) hin, das Akkusativobjekt!

Santa Claus schmiss hin, Martin Schulz schmiss hin, eine Nonne und ein Aufsichtsratchef schmissen hin. Ja, dürfen s' denn das?

Das Hantuch werfen: Auch eine abgedroschene Phrase.
Das Hantuch werfen: Auch eine abgedroschene Phrase.
Das Hantuch werfen: Auch eine abgedroschene Phrase. – imago stock&people

Santa Claus schmiss hin, Martin Schulz schmiss hin, Trumps Kommunikationschefin, eine Nonne und ein Aufsichtsratchef schmissen hin. Nur ein paar Beispiele aus letzter Zeit, wild aus dem Internet gefischt. Was ist so aufregend daran? Nun, sie schmeißen und schmissen neuerdings ohne Akkusativobjekt. (Ohne Dativus ethicus – „Ich schmeiß euch den Job hin“ – übrigens auch.) Ja, dürfen s' denn das? Noch bevor Sprachhüter in diesem Trend ein weiteres Exempel für den Verfall des Deutschen sehen, will ich ihn verteidigen: Das geschmissene Objekt (meist wohl: der Krempel, der Laden, der ganze Plunder oder einfach alles) ist eben völlig verzichtbar, auch sprachlich, der Ausdruck gewinnt dadurch an Prägnanz und Schärfe, ja: an Aggressivität.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.04.2018)

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