Ein Aufreger aus Überzeugung

Alexander Segert ist der „Mastermind“ hinter dem Minarett-Spiel der steirischen FPÖ.

Der Mann liebt es, Widerspruch zu provozieren. Und er bekommt ihn in rauen Mengen. Vom Bischof bis zur Staatspolizei, von Menschenrechtsorganisationen bis zu politischen Gegnern, ja, selbst dem auch nicht zimperlichen FPÖ-Bundesparteichef Heinz-Christian Strache war das – mittlerweile aus dem Netz genommene – Onlinespiel „Moschee – baba!“, mit dem Straches blaue Parteifreunde für Aufregung weit über den steirischen Landtagswahlkampf hinaus gesorgt haben, zu viel.

Segert dürften die aufgeregten Reaktionen (neben den mehr als 200.000 Zugriffen) befriedigen. Er hat bekommen, was er wollte: Aufmerksamkeit. Und das schon zum zweiten Mal. Denn die Urversion des Spiels sorgte schon im Zuge der ebenfalls von Segert komponierten Schweizer Anti-Minarett-Kampagne für Wirbel. „Ich gebe der Angst, die in der Bevölkerung bereits vorhanden ist, eine Stimme, ein Bild“, sagt der 47-Jährige, der Mitte der 1990er-Jahre Chefredakteur einer rechten Monatszeitung war, ehe er sich mit seiner Werbeagentur auf politische Kommunikation spezialisierte.

Als Werber habe es nicht die Aufgabe, moralische oder ethische Argumente zu diskutieren, wehrte der Vater zweier Adoptivkinder aus Nordafrika Kritik einmal ab. „Meine Moral besteht darin, meinem Kunden Erfolg zu bringen, dazu braucht es Mut zur Vereinfachung.“ Mut, der mit Erfolg belohnt wird: Sowohl der Aufstieg der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei als auch der Erfolg der Vorarlberger FPÖ bei den letzten Landtagswahlen tragen die Handschrift des gebürtigen Hamburgers. Jetzt will er die steirische FPÖ zum Erfolg werben. hoe

ZUR PERSON

Name: Alexander Segert

Geboren am: 13. Jänner 1963

Beruf: Inhaber einer Werbeagentur [Podesser]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.09.2010)

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