Wut-Oma und Wut-Opa

Sage noch einer, Österreichs Politikern seien die Befindlichkeiten der Bevölkerung egal.

Sage noch einer, Österreichs Politikern seien die Befindlichkeiten der Bevölkerung egal. Seit dem Auftritt im ORF-„Sommergespräch“ von ÖVP-Chef Mitterlehner stößt die Rauriser Altwirtin Frieda Nagl als „Wut-Oma“ bei Politikern bis in höchste Regierungskreise auf mehr Interesse als mancher Minister. Mitterlehner ist nun selbst überraschend aufgetaucht und hat eine Buchpräsentation der mundflinken Kritikerin P.R.-technisch geschickt genützt, um zu demonstrieren, dass er ein offenes Ohr für Bürger hat.

Der ÖVP-Obmann war ohnehin spät dran. Vor ihm hat schon die Opposition an der Gasthaustür wegen eines späteren Quereinstiegs in die Politik angeklopft. Am Samstag bestätigten FPÖ und Team Stronach, dass es einen Kontakt gegeben habe, aber ein künftiges Mandat habe man der resoluten Frau nicht angeboten.

Jetzt stellt sich die Frage: Wo bleibt Werner Faymanns Mann für alle Fälle, Minister Josef Ostermayer, samt einem Strauß roter Nelken? Noch dazu, da die SPÖ eben mit der niedrigen Frauenquote zu kämpfen hat. Noch ist es nicht zu spät. Denn beim Team Stronach ist die Rolle des Wut-Opas, der im Hintergrund kräftig poltert, ohnehin schon fix besetzt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.10.2014)

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