Warum Jus an den FH nichts zu suchen hat

Und die Fachhochschulen trotzdem recht haben.

Mit ihrer jüngsten Forderung ist den Fachhochschulen gelungen, was ihnen selten gelingt. Sie haben es geschafft aufzufallen. Die FH wollen künftig eine Reihe von Fächern anbieten, die bisher an den Unis angesiedelt sind – konkret jene, die besonders berufsorientiert seien. Dass darunter auch Jus sein soll, führte sogleich zu einem Aufschrei der Unis. Das sei nun wirklich nicht nötig. Und – angesichts dessen, dass man für viele juristische Berufe eine echte wissenschaftliche Vorbildung brauche – nicht sonderlich sinnvoll.

Dem kann man nur zustimmen. Trotzdem treffen die Fachhochschulen mit ihrem Anstoß einen Punkt: Man darf (ja: sollte) darüber diskutieren, ob manche Fächer nicht an FH besser als an Unis aufgehoben sind. Wurde nicht vor vier Jahren unter dem Schlagwort Hochschulplan versprochen, bei den Studienangeboten etwas Ordnung zu schaffen? (Die Rede war damals von „Koordination“ und „gesamtheitlicher Sicht“.)


Bisher hat sich hier ziemlich wenig getan. Auch, wenn sich die Universitäten zum Hochschulplan grundsätzlich positiv äußern: Sobald es um die eigene Uni geht, hält sich der Wille zum Durchforsten des Angebots in Grenzen. Was übrigens auch für die Fachhochschulen gilt. Dass diese im selben Atemzug einmal mehr das Promotionsrecht für die FH fordern, zeugt vor allem von einem: von der Neigung zum eigenen Schrebergarten.

bernadette.bayrhammer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.01.2015)

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